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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Wie ich treu blieb, als jemand meine Mauern einriss

  • Autorenbild: Andrea (42)
    Andrea (42)
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


A Nő világa - Andrea - fotó: Bánhalmi Norbert - profi fotós


Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt.

Ich wusste nicht, dass es dich gibt.

Und dann standest du plötzlich vor mir.

Wir gerieten in dieselbe Gesellschaft und lachten miteinander.

Es war, als hätte jahrelang etwas meine Seele zusammengedrückt.

Und ein einziges gemeinsames Lachen öffnete plötzlich all die Schlösser, mit denen ich mich eingeschlossen hatte.

Dieses Lachen fühlte sich wie Befreiung an.

Im Laufe des Abends wollte keiner von uns die Nähe des anderen aufgeben.

Obwohl wir beide längst wussten:


Zu Hause warten unsere Familien.

Trotzdem war es so schön, endlich einmal zu reden, ohne gleichzeitig all meine Rollen zu sein:


Mutter.

Ehefrau.

Kind.

Schwester.

Kollegin.

Für einige Stunden gab es nur uns.

Dich und mich.

Die Kollegen um uns herum schienen zu verschwinden.

Ich hatte vergessen, wie sich so etwas anfühlt.

Oder vielleicht hatte ich es vorher nie erlebt.

Ich war sehr jung gewesen, als ich heiratete.

Dann kamen die Kinder.

Kaum hatte ich das Erwachsenenalter erreicht, war ich schon Familienmutter.

Mit meiner strengen Mutter gab es keine wilde Jugend.

Kein sorgloses Dating.

Keine Partys.

Ich hatte nie gelernt, dass auch ich eine Frau sein darf.

Der Abend verging schnell.

Am Ende machtest du deutlich:


Du wolltest mich für den Rest der Nacht als Frau.

Weit weg von zu Hause hätte alles für immer ein Geheimnis bleiben können.

Trotzdem gewann mein Verstand.

Leider.

Ich konnte es nicht tun.

Ich hatte Familie.

Einen Mann.

Du umarmtest und küsstest mich mit einer Leidenschaft, die ich nie gekannt hatte.

Trotzdem schickte ich dich weg.

Dein trauriges Gesicht sehe ich noch heute vor mir.

Du wartetest auf die kleinste Bewegung von mir.

Auf irgendein Zeichen:


Bleib.

Aber ich ließ dich gehen.

Am Morgen sahen wir uns wieder.

Vor den anderen konnten wir nicht über die Nacht sprechen.

Keine Telefonnummern austauschen.

Wir verabschiedeten uns nur.

Unsere Blicke blieben ineinander hängen.

Noch heute tut diese Erinnerung weh.

Mit meiner Kollegin fuhr ich nach Hause.

Du bliebst noch dort.

Eine halbe Welt schien zwischen uns zu liegen.

Meine Gedanken kamen nicht zur Ruhe.

Du hattest Gefühle in mir geweckt, von denen ich nicht gewusst hatte, dass sie existieren.

Ich suchte im Internet.

Fand deine Nummer.

Schrieb nur:


„Entschuldige.“

Du riefst sofort an.

Ich stellte mich vor.

Am anderen Ende hörte ich ein riesiges Aufatmen.

Dann sagtest du:


„Wie gut, dass ich dich gefunden habe.“

Du warst selbst noch nicht auf dem Heimweg.

Stattdessen machtest du einen Umweg und kamst mir nach.

Als du ankamst, suchten wir mit dem Auto einen ruhigen Platz.

Nur um reden zu können.

Du hieltest meine Hand.

Sahst mich an.

Ich weiß:


In diesem Moment hast du mich gesehen.

Mich.

Die Frau.

Du küsstest mich.

Und ich schmolz in dich hinein.

Ich wollte nicht, dass es endet.

Und ich wusste, dass du dich mindestens genauso sehr nach mehr sehntest.

Aber dort und damals durfte es nicht passieren.

Du fuhrst nach Hause.

Danach riefst du jeden Tag an.

Oft genau dann, wenn ich gerade an dich dachte.

Wir redeten über alles.

Nur ein Thema ließen wir aus:


Unsere Familien.

Unsere Ehepartner.

Wir lachten viel.

Machten einander schwere Tage leichter.

Manchmal schwiegen wir einfach.

Du zweihundert Kilometer entfernt.

Ich hier.

Irgendwann wurden selbst unsere Telefonate so intim, dass wir erröteten.

Wir sehnten uns verzweifelt danach, endlich jene Nacht zurückzubekommen, die wir hatten verstreichen lassen.

Einige Monate später trafen wir uns in einem versteckten Motel.

Wir wollten einander unglaublich stark.

Jede Faser meines Körpers wollte dich.

Doch die letzte Grenze überschritten wir nicht.

Meine Ketten waren noch da.

Meine Familie.

Mein Mann.

Ich konnte ihnen das nicht antun.

Ich konnte mich nicht vollständig einem anderen Menschen geben.

Das verletzte dich.

Auch deinen Stolz als Mann.

Wir trafen uns noch einige Male.

Doch über diese Grenze kamen wir nicht hinweg.

Monatelang hielten wir Kontakt.

Langsam wurden wir Freunde.

Und irgendwann begriff ich:


Unsere Verbindung bedeutete dir etwas anderes als mir.

Heute hat das Schicksal dich in meine Nähe gebracht.

Wenn wir uns zufällig begegnen, bricht mein Herz noch immer ein wenig.

Du begrüßt mich wie eine nette Bekannte.

Du fehlst mir noch immer.

Nicht unbedingt du.

Sondern das Gefühl, das du in mir ausgelöst hast.

Mit einem einzigen Lachen hast du Mauern eingerissen, an denen ich jahrelang gebaut hatte.

Und die Frau in mir befreit.

Ich musste sie kennenlernen.

Mich mit ihr anfreunden.

Bis heute lerne ich, mit ihr zu leben.

Aber sie ist da.

Und sie ist frei.

Mein Mann und ich haben wieder zueinandergefunden.

Er sieht und genießt die Veränderung in mir.

Doch er darf niemals wissen, was diese Frau ursprünglich zum Leben erweckt hat.

Danke, dass du sie befreit hast.

Es war ein schmerzhaftes Spiel.

Denn heute weiß ich, dass es für dich teilweise tatsächlich ein Spiel war.

Du bist feige.

Du schützt deinen Beruf.

Deinen Namen.

Und hast Angst davor, glücklich zu sein.

Vielleicht musste es trotzdem genau so geschehen.

Vielleicht verschwindet eines Tages auch der Schmerz.

Der Schmerz, der geblieben ist, nachdem du meine Mauern eingerissen hast.

Ein gut aufgebautes Porträtshooting verfolgt das Ziel, im Bild echte, selbstbewusste Präsenz entstehen zu lassen.


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