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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Wie bin ich bei Norbi gelandet?

  • Autorenbild: Ketrin
    Ketrin
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


Nő kutyával sétál az utcán. Füst és Lézer! Támadnak a Hollandok! Őszies hangulat, felhős idő. Blog BANHALMI profi fotós Budapest Bécs


Ich sitze am Tisch. Es ist spät am Abend.

Nur das Ticken der verstaubten grün-gelben Uhr an der Küchenwand durchbricht Sekunde für Sekunde die einsame Stille.

Heute habe ich wieder Essen bestellt, obwohl ich eigentlich Lust gehabt hätte zu kochen.

Während irgendwo in der Ferne ein Rettungswagen vorbeifährt, frage ich mich, warum ich diese Uhr noch immer nicht ausgetauscht habe.

Mein Ex hat sie vor Jahren an die Wand gehängt.

Mir gefiel sie nie.

Aber er hing so sehr an ihr.

Vielleicht wegen der Marke — aber Grün und Gelb in einer roten und schwarzen Küche?

Der Essenskurier war nett, aber nicht mein Typ.

Sie haben ihn jetzt schon zum dritten Mal geschickt.

Vielleicht müsste ich zu einer anderen Uhrzeit bestellen. Vielleicht wird dann die Männerauswahl größer.

Zu meinen Füßen rollt sich Fanni zusammen.

Etwas ironisch formuliert ist sie mein Kind geworden — anstelle des Kindes, das ich eigentlich haben wollte.

Wir haben April 2021.

Wenn ich darüber nachdenke, hängt diese Uhr inzwischen seit fünf Jahren dort.

Im Dezember 2019 saß Feri genau an diesem Tisch und sagte mir, Verlobung hin oder her, er habe erkannt, dass er noch leben wolle.

Bis heute verstehe ich es nicht.

Sind Ehe und Kinder der Tod?

Als ich genauer hinschaue, sehe ich, dass die Uhr etwas schief hängt.

Vorsichtig steige ich auf einen Stuhl, damit ich meinen groß gewordenen Vierbeiner nicht wecke.

Ich liebe es, wenn sie so schläft, dass eine Pfote auf meinem Fuß liegt.

In solchen Momenten schwimme ich in einem fast euphorischen Glück.

Morgen werde ich 39.

Ich wurde um 2:07 Uhr geboren.

Letztes Jahr war das erste Mal, dass ich diese Nacht allein durchwachte.

An meinem Geburtstag bleibe ich gern wach und stoße im Moment meiner Geburt mit meinen Liebsten an.

Im vergangenen Jahr war am Ende Fannis Futternapf der einzige Partner meines Glases.

Ich hatte vergeblich darauf gewartet, dass Feri nach vier Monaten vielleicht doch zur Tür hereinkommt und mit mir anstößt.

Ich hatte wirklich darauf gehofft.

Dreizehn Jahre lang hatten wir so gefeiert.

Es war zu unserem kleinen Ritual geworden.

Das Glas, das ich für ihn hingestellt hatte, blieb tagelang auf dem Tisch.

Dann beendete Fanni sein erstaunlich langes Leben, indem sie die Tischdecke herunterzog.

Die Uhr hängt noch immer nicht richtig.

Vor mir steht mein leeres Glas.

Eine Messenger-Nachricht leuchtet auf dem Telefon auf.

Es ist fast Mitternacht.

Liza, meine beste Freundin — wirklich die allerbeste — erinnert mich mit einem selbst geschriebenen Gedicht daran, dass nun das vierte Jahrzehnt beginnt.

Ja, ja.

Ich weiß.

Ich schaue durch die halbdunkle Wohnung ans andere Ende, wo Fanni wohnt.

Vor drei Jahren hatten wir diesen Raum gemeinsam als Kinderzimmer geplant.

Vier Monate und sieben Tage lang war er vielleicht sogar fast eines.

Na gut.

Dafür bin ich Führungskraft in einem Unternehmen, das ich manchmal sogar mag, verdiene gut und habe einen Hund.

Wollte ich das so?

Natürlich nicht.

Ich wollte Mutter sein.

Schon mit 25.

Bis heute hatte ich mir vorgestellt, inzwischen mit meinen fast jugendlichen Kindern über die großen Fragen des Lebens zu sprechen.

Feri kann mit Misserfolg schlecht umgehen.

Früher war er flexibler.

Ich schaue auf die Uhr.

Halb eins.

Was wäre, wenn ich jetzt noch etwas bestelle?

Vielleicht liefert noch jemand.

Wer immer es bringt — egal wer — vielleicht würde die Person einmal mit mir anstoßen.

Ich nehme mein Handy.

Vier Nachrichten von Liza und ein angehängter Link.

Uff.

Zu viel, um das jetzt zu lesen.

Später.

Viertel vor eins.

Ich habe kein einziges Unternehmen gefunden, das noch geöffnet hat.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, zur falschen Uhrzeit geboren worden zu sein.

Ich lese Lizas Nachricht.

Sie wollte trotz Ausgangsbeschränkung zu mir kommen, aber ihr jüngstes Kind wird nachts noch gestillt.

Seit alle fünf meiner besten Freundinnen Mütter geworden sind, sehe ich sie nur noch selten.

Ein bisschen Angst ist auch dabei — falls ich krank wäre und sie anstecken könnte.

Obwohl ich allein lebe, nur mit dem Hund spazieren gehe und sonst zwischen vier Wänden sitze.

Woher sollte ich also krank werden?

Aber egal.

Ich denke darüber nach, diese Uhr endlich abzunehmen.

Dann kommt etwas anderes an ihren Platz.

Fannis Pfote wärmt meinen Fuß.

Das fühlt sich so gut an.

Ich scrolle weiter durch die Nachrichtenflut meiner Freundin und tippe auf den angehängten Link.

Eine persönliche Nachricht erscheint.

Und ein Video.

Bestimmt lang.

Ich starte es lieber noch nicht.

Ich lese weiter.

Dann schaue ich auf die Uhr.

Der Moment rückt näher.

„Ein professionelles Portfolio- und Datingprofil-Shooting ist dein Geschenk. Buche hier einen Termin für ein persönliches Vorgespräch.“

Am Ende der Seite stehen die Namen meiner fünf Freundinnen.

Fotoshooting?

Dating?

Für mich?

Ich glaube nicht, dass ich sehen möchte, was diese Pandemie mit mir gemacht hat, nachdem sie inzwischen anderthalb Jahre meines Lebens in den Müll geworfen hat.

Und dann wird es mir plötzlich bewusst.

Anderthalb Jahre.

So viel älter ist mein Körper geworden.

So viel weiter bin ich zurückgefallen.

Wenn ich ehrlich bin, haben mich aber vielleicht die elf Jahre mit Feri genau hierher geführt.

Trotzdem empfinde ich sie nicht als verlorene Zeit.

Eigentlich müsste ich.

Ganz sicher sogar.

Und ich verstehe trotzdem nicht, warum ich noch immer darauf warte, dass er eines Tages mit reumütigem Blick anklopft und unser gemeinsames Leben einfach weitergeht.

2:07 Uhr.

Ich starte die Videobotschaft.

Während sie läuft, starre ich auf den runden weißen Fleck oben an der Wand, wo die Uhr hing, und denke darüber nach, dass ich vielleicht gleich die ganze Küche neu streichen sollte.

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