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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Wenn ein Paar Lume Cubes® zur Hand ist – Fitnessfotografie

  • Autorenbild: Bánhalmi Norbert
    Bánhalmi Norbert
  • vor 4 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

• Professioneller Fotografie-Artikel •

Ich stand wie angewurzelt da, mit völlig verständnislosem Gesicht, und hatte nicht einmal mehr genug Energie, mich zu ärgern.

In diesem Moment sah ich wahrscheinlich eher aus wie ein unglücklicher Mensch ohne Zukunftsperspektive, der kurz davorsteht, alles hinzuschmeißen, als wie ein anerkannter Fotograf.

Im nächsten Augenblick setzte ich mich zwischen die Fitnessgeräte. Dabei ignorierte ich, dass Kunde, Models, Visagistin, Friseur und Videograf über mir standen und mich fragend ansahen, weil sie gerade von mir eine Lösung erwarteten.

Am liebsten wäre ich zu einem winzigen Staubkorn geworden und verschwunden.

Nach einem tiefen Atemzug blendete ich die Außenwelt aus und suchte in meiner Erinnerung nach einer ähnlich unangenehmen Situation. Vielleicht würde mir dadurch eine Lösung einfallen.

Tatsächlich fand ich eine. Ich musste zeitlich nicht einmal weit zurückgehen. Es war erst einige Monate her.

Damals war ich nur als Assistent dabei, aber ich erinnere mich noch sehr genau an den Gesichtsausdruck meines Fotografenkollegen Steve.

Während eines Werbeshootings auf Coney Island kam plötzlich ein heftiger Wind auf. Innerhalb von Sekunden nahm er die mobilen Blitze samt Schirmen mit und riss mir sogar den Reflektor aus der Hand — direkt in den Ozean.


Bánhalmi Norbert profi fotós - portfólió fotózás
Czine Szilvia


Die Situation war nicht mehr zu retten. Alles passierte so schnell, dass wir überhaupt keine Zeit hatten zu reagieren.

Dann zog sich auch noch der Himmel zu. Damit schien das Schicksal des Shootings endgültig besiegelt.

Ich stand mit offenem Mund da — wahrscheinlich mit genau demselben sinnlosen Gesichtsausdruck wie jetzt.

Ich sah auf die Uhr.

Noch exakt 17 Minuten.

Die Haare des Models waren chaotisch. Von der Kleidung ganz zu schweigen. Die Sonne war weg.

Und das größte Problem: Jeder einzelne Schritt war minutengenau geplant, damit das Material am folgenden Tag gedruckt werden konnte.

Während ich von einem Schock in den nächsten fiel, drückte Steve mir plötzlich Kamera und Tasche in die Hand und rannte weg.

Er sagte nichts. Alle waren damit beschäftigt, die Krise zu bewältigen und zu retten, was noch zu retten war.

Ich sah erneut auf die Uhr.

Noch neun Minuten.

Der Grafiker, der den Kunden vertrat, stand ruhig neben mir und wartete auf „das Material“.

Das noch immer nicht existierte.

Dann erschien plötzlich Steve hinter mir und rief laut in die Runde:


„Können wir weitermachen?“

Ich drehte mich um.

In seiner Hand hielt er einen riesigen silbernen Sonnenschutz für die Windschutzscheibe eines Autos.

Er war durch die umliegenden Straßen gerannt und hatte in Geschäften nach irgendetwas gesucht, das als Reflektor funktionieren könnte.

Schließlich bot ihm ein Ladenbesitzer dieses Teil aus seinem Lieferwagen an.

Es war unglaublich, wie schnell sein Kopf arbeitete und wie souverän er die Situation löste.

Vielleicht kein Zufall. Er war damals seit 34 Jahren Berufsfotograf und bereits zwölf Jahre bei der Agentur. In dieser Zeit hatte er vermutlich schon sehr viel erlebt.

Die Erinnerung muss innerhalb weniger Sekunden durch meinen Kopf gelaufen sein. Als ich wieder hochblickte, unterhielten sich die Crewmitglieder bereits miteinander.

Doch was war eigentlich die Situation, in die ich euch gerade ohne jede Erklärung hineingeworfen habe?

Wir befinden uns in einem Fitnessstudio.

Wir fotografieren an mehreren Orten.

Zwei Fitness-Weltmeister.

Fast 50 Fitness-Outfits.

Dafür stehen insgesamt vier Stunden zur Verfügung.

Der Kunde erwartet professionelle Bilder.

Und ich darf meine Softboxen und Studioblitze nicht aufbauen, weil sie die Menschen stören würden, die dort trainieren.

Wir haben kaum Licht.

Die Erwartungen sind riesig.

Der Kunde setzt sein vollständiges Vertrauen in mich.

Unser Produktionsstundensatz ist hoch.

Und das fertige Material muss am nächsten Tag vorliegen.

Während ich nach einer alternativen Lichtquelle suchte, erinnerte ich mich plötzlich daran, dass ich vor Kurzem zwei wasserdichte und stoßfeste Lume-Cube-LED-Leuchten für unsere DJI-Drohne gekauft hatte — ausdrücklich für extreme Lichtbedingungen.

Wenn ich Glück hatte, lagen sie noch ungeöffnet im Auto.

Ich musste über mich selbst lachen.


Fekete kamera,


Was war das hier, wenn keine Extremsituation?

Ich erinnerte mich daran, im Werbevideo gesehen zu haben, dass diese kleine Lampe auch in Innenräumen erstaunlich viel Licht liefern kann.

Trotzdem war mir nie in den Sinn gekommen, sie für Fotografie zu testen.

Für mich war ein Studioblitz — meistens zusammen mit einem Reflektor — die perfekte Lösung, um ein Model auszuleuchten.

Und genau das wäre hier eigentlich die Aufgabe gewesen.

Ich bat um einige Minuten Geduld.

Auf dem Weg zum Auto schaute ich schnell ein Tutorial auf meinem Handy — zur großen Freude der Autofahrer, denn ich lief über die Straße, als gäbe es dort keinerlei Verkehr.

Bis ich das Auto erreichte, entstand in meinem Kopf bereits ein Plan.

Wenn das Gerät tatsächlich konnte, was das Video versprach, bestand zumindest eine Chance, die Vorstellungen des Kunden aus der Hand, mit vernünftiger Verschlusszeit, niedriger ISO und ausreichender Schärfentiefe umzusetzen.

Ich öffnete die hintere Tür.

Im üblichen Chaos fand ich die Lampen zunächst nicht.

Dann tauchten sie plötzlich auf.

Ich öffnete die Tüte, in der sie seit dem Kauf lagen, und sah mir genauer an, was ich eigentlich gekauft hatte.

Ich hatte sogar vergessen, dass ich neben der Drohnenhalterung auch verschiedene Wabengitter und Diffusorkegel erworben hatte.


Bánhalmi Norbert profi fotós - portfólió fotózás
Kocsis Alexandra


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Kocsis Alexandra


Das allein hätte allerdings noch nicht gereicht.

Direkt auf einen Stativkopf geschraubt, hätte ich die Lampen nur nach oben oder unten ausrichten können.

Zum Glück hatte ich für die Drohne zusätzlich zwei 360-Grad-Mini-Kugelköpfe gekauft.

Damit ließ sich die Positionierung problemlos lösen.

Das nächste Problem war die Befestigung der Filter.


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Kocsis Alexandra • Bánhalmi Norbert


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Kocsis Alexandra


Für diesen Zweck braucht man beim Lume Cube eigentlich ein separates Gehäuse.

Das wusste ich beim Kauf nicht.

Nach genauerem Hinsehen stellte ich fest:


Klebeband funktioniert auch.

Also ging ich zurück.

Wir lagen inzwischen fast 30 Minuten hinter dem Zeitplan.

Im Kopf wusste ich zwar, was ich wollte.

Aber mit solchen Lichtquellen hatte ich noch nie gearbeitet.

Im Video wirkte die Bedienung kinderleicht.

In Wirklichkeit war das kleine Gerät deutlich komplexer, als man ihm ansah.

Zuerst lud ich die App auf mein Handy und koppelte beide Cubes.

Damit konnte ich sofort die Akkustände sehen.

Die App war schnell verständlich.

Die Leistung beider Lampen ließ sich getrennt steuern.


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Czine Szilvia


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Kocsis Alexandra • Bánhalmi Norbert


Hätte ich mit dem Smartphone fotografiert oder gefilmt, hätten die Leuchten sich sogar synchronisieren und als Systemblitz oder Dauerlicht arbeiten können.

Die Akkus standen bei 78% und 83%.

Ich konnte einstellen, wie lange die Lampen eingeschaltet bleiben sollten und nach wie vielen Minuten beziehungsweise Sekunden sie sich ausschalten.

Damit ließ sich Energie sparen.

Auf höchster Stufe war das Licht erstaunlich stark.

Es gab zehn Leistungsstufen, die ich auch direkt über die Taste neben dem Einschalter regulieren konnte.

Bei voller Leistung entluden sich die Akkus natürlich deutlich schneller.

Ich wusste, dass ich nicht unter 1/160 Sekunde und f/2.8 gehen wollte.

Diese Werte stellte ich deshalb am Belichtungsmesser ein.

Während ich an den für meine Planung wichtigen Stellen das Licht maß, konnte ich die Leistung direkt über das Smartphone fein reduzieren und dadurch mit möglichst niedriger ISO arbeiten.

Ohne Diffusorkappe war das Licht sehr hart.

Je nach Umgebung nutzte ich sie oder ließ sie weg.

Ich versuchte, die künstlichen Lichtquellen mit dem vorhandenen Umgebungslicht in Einklang zu bringen.

So wirkte das Ergebnis deutlich natürlicher.


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Kocsis Alexandra


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Kocsis Alexandra


Der Kunde sah jedes Bild direkt nach der Aufnahme auf einem Tablet und konnte sofort mitteilen, wenn Kleidung oder Models nicht so dargestellt wurden, wie er es brauchte.

Ganz so einfach, wie dieser Satz klingt, war es natürlich nicht.

Darüber schreibe ich aber ein anderes Mal.

Dieser Ablauf sparte uns enorm viel Zeit.

Sobald ein perfektes Bild entstanden war, speicherte der Kunde es und wir gingen weiter.

Nach zweieinhalb Stunden lagen die Akkustände der Lampen bei ungefähr 24–31%.

Bis dahin hatten wir fast 30 Outfits an acht bis zehn Locations in unzähligen Einstellungen fotografiert.

Ein Nachteil war mein 50mm-f/1.4-Objektiv an der Canon 6D.

Es traf gelegentlich völlig eigenständige Entscheidungen darüber, wo es fokussieren wollte.

Mal lag der Fokus davor, mal dahinter.

Und das war nicht immer sofort sichtbar.

Deshalb mussten wir die bereits ausgewählten Bilder regelmäßig durchsehen und hineinzoomen, um sicherzugehen, dass wirklich alles scharf war.

Natürlich fanden wir manchmal Fokusfehler.

Dann musste das Model das betreffende Outfit erneut anziehen, wir wechselten schnell die Location und fotografierten die Szene noch einmal.


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Czine Szilvia


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Czine Szilvia


Nach etwa dreieinhalb Stunden war eine der Lampen vollständig leer.

Auch die Sonne ging bereits unter, und durch die großen Fenster kam immer weniger Licht.

Ich musste mich beeilen.

Ich holte meinen Dual-USB/220V-Adapter heraus und schloss die Lampe zum Laden an.

Aus Versehen drückte ich oben auf den Einschaltknopf.

Plötzlich leuchtete sie.

„Wooow!“, sagte ich laut.

Ich konnte kaum glauben, dass sie direkt über eine externe Stromquelle weiterlaufen konnte.

Ich holte mein fünf Meter langes USB-Verlängerungskabel heraus, das ich normalerweise für das Tablet nutze, und konnte sofort weiterarbeiten.

Relativ schnell erreichte die Lampe wieder etwa 10%.


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Czine Szilvia


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Czine Szilvia


Dann wechselte ich und begann auch die zweite zu laden, damit ich weiterhin beide Lichtquellen zur Verfügung hatte.

Manchmal nutzte ich das Wabengitter.

Manchmal die Diffusorkappe.

Manchmal musste ich eine Person ausleuchten, manchmal zwei.

Im Grunde erfüllte ich die Aufgabe.

Aber ich musste dafür völlig anders denken als gewohnt.

Da der Lume Cube wasserdicht ist, beschloss ich, ihn irgendwann mit roter Folie auch in einer Dusche zu testen — beispielsweise für eine künstlerische Aktaufnahme.

Dafür muss ich das System allerdings noch besser kennenlernen.

Mich hat die Technik vollkommen beeindruckt.




Ich halte mich zwar grundsätzlich für offen gegenüber Neuem.

Aber ohne diese Situation hätte ich die Lume Cubes vermutlich nie für ein Fotoshooting ausprobiert.

Wir hätten sie nur als Scheinwerfer auf der Drohne benutzt.

Am Ende stellten wir sogar noch ein kurzes Behind-the-Scenes-Video vom Shooting zusammen.

Authentische Porträtfotografie erzeugt nicht nur ein vorteilhaftes Bild: Sie macht Charakter, Präsenz und Persönlichkeit sichtbar.


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