Wenn 1956 auf Künstliche Intelligenz trifft: Eine globale Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft
- Bánhalmi Norbert

- vor 4 Tagen
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Aktualisiert: vor 9 Stunden
❗️Das folgende Projekt richtet sich ausschließlich an junge Menschen zwischen 10 und 18 Jahren, die außerhalb Ungarns in der ungarischen Diaspora leben. Zentrum des Projekts ist die Wiener Ungarische Schule.
Wie lässt sich das Erbe der Ungarischen Revolution von 1956 an eine Generation weitergeben, die in New York, Sydney oder Wien bereits als Digital Natives aufwächst?
Wie können die Geschichten der Urgroßeltern im Zeitalter von TikTok und ChatGPT lebendig werden?
Die Antwort liegt in einer ungewöhnlichen Initiative: VIPACH – Vienna Photo Art & Creative Hub (ehemals Fotoclub der Wiener Ungarischen Schule) startet das globale Projekt „'56 mit den Augen der Zukunft“.
Nach einer Idee des Fotokünstlers Norbert Bánhalmi verschmelzen 2026, zum 70. Jahrestag der Revolution, Geschichte und moderne Technologie zu einer digitalen Brücke, wie sie in diesem Rahmen bisher noch nicht entstanden ist.
Was ist das Ziel des Projekts?
Im Mittelpunkt steht nicht nur das Erinnern, sondern das eigene Gestalten. Ziel ist es, ungarische Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren aus verschiedenen Teilen der Welt in eine gemeinsame Form des Gedenkens einzubeziehen.
Gesucht werden keine passiven Zuschauer, sondern aktive Kreative, die die Vergangenheit in ihrer eigenen Sprache neu interpretieren — in der Sprache digitaler Technologie.
Die Mission: eine digitale Brücke zwischen jungen Ungarn im Ausland und dem heroischen Erbe ihrer Urgroßeltern zu bauen.
Geschichte auf AI-Basis: Wie funktioniert das?
Während des Online-Programms von Februar bis Oktober 2026 erhalten die Jugendlichen eine intensive digitale Ausbildung. Im Mittelpunkt steht der kreative und wertschöpfende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (AI).
Die Teilnehmer arbeiten an zwei zentralen Werken:
1. Film mit einer Botschaft aus der Vergangenheit — Dokumentarfilm
Die Jugendlichen bearbeiten Interviews, die vor rund einem Jahrzehnt mit ungarischen Emigranten des Jahres 1956 in New York aufgenommen wurden.
Die Aufgabe: Mit AI-Software analysieren sie das Rohmaterial und wählen jene Botschaften aus, die für sie persönlich besonders wichtig sind.
Das Ergebnis: ein Dokumentarfilm, den sie mit eigenen visuellen Ideen und AI-generierten Szenen ergänzen.
2. Animierte Erinnerungen — Storytelling
Ausgangspunkt sind originale Archivfotografien aus dem Jahr 1956.
Die Aufgabe: Die Schwarz-Weiß-Bilder werden mit AI koloriert und anschließend mithilfe eines „Parallax-Effekts“ in bewegte Bildräume verwandelt.
Das Ergebnis: Die Jugendlichen wählen das Foto aus, zu dem sie die stärkste Verbindung empfinden, und schreiben eine Geschichte, die dieses Bild in ihnen auslöst. Daraus entsteht ein narrativer, emotional wirkender Film.
Das Projekt bleibt nicht im Online-Raum. Wir holen es auch in die physische Welt.
Geplant ist, die Fenster der Wiener Ungarischen Schule am Schwedenplatz 2 in eine große digitale Anzeigefläche zu verwandeln. Neben den Filmen und restaurierten Fotos sollen dort auch die Gedanken der jungen Kreativen sichtbar werden.
Stellt euch einen „Mini Times Square“ vor, der auch nach der Veranstaltung bestehen bleibt und als digitale Nachrichtenwand mit der Außenwelt kommuniziert.
Wie funktioniert das?
Auf Grundlage des gesamten Bildarchivs entwickeln wir zunächst eine Geschichte. Anschließend wird jedes einzelne Foto mit dem unten beschriebenen Verfahren zum Leben erweckt und später zu einem Film zusammengeschnitten.
Auch die Narration wird gemeinsam mit den Teilnehmern entwickelt.
Am Anfang steht das Originalfoto, das eingescannt wird.
Mit Hilfe von AI erhält das Bild eine Farbwelt, die zur Epoche und Jahreszeit passt. Anschließend werden bisher ungenutzte Bildbereiche ergänzt.
Danach wird das Bild mit Hilfe von AI zum Leben erweckt.
Im nächsten Schritt erzeugen wir ebenfalls mit AI passende Umgebungsgeräusche.
Globale Premiere: Von New York bis Wien
Der Höhepunkt des Projekts ist für den 23. Oktober 2026 geplant. Wien bildet das Zentrum — mit Unterstützung der Wiener Ungarischen Schule werden die Fenster am Schwedenplatz zu digitalen Displays —, doch die Wirkung soll global sein.
Neben den ausgestellten Bildern führen QR-Codes die Besucher auf eine Website, auf der die Filme der jungen Teilnehmer angesehen werden können.
Die eigentliche Innovation: Open-Source-Erinnerung
Die Organisatoren stellen das vollständige Ausstellungsmaterial, einschließlich der druckfertigen Dateien, kostenlos zum Download bereit. Damit kann jede ungarische Diaspora-Community der Welt — ob in Kanada oder Australien — vor Ort ihre eigene Ausstellung organisieren.
Mehr als Geschichte: emotionale Brücken zwischen Generationen und Grenzen
„'56 mit den Augen der Zukunft“ ist nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit. Das Projekt ist auch ein Versuch, seelische Wunden zu verstehen und zu verarbeiten, die über Generationen weiterwirken können.
Im Mittelpunkt steht eine der schwersten Entscheidungen, die viele unserer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern 1956 treffen mussten: die Heimat zu verlassen und ein unbekanntes Land als neues Zuhause zu wählen.
1. Die „Generationenwunde“ verstehen und heilen
Für ungarische Jugendliche, die im Ausland aufwachsen, ist Emigration oft nur eine weit entfernte Familiengeschichte. Doch das Gewicht dieser Entscheidung — Heimatverlust und schwieriger Neubeginn — kann unsichtbar in der Familienerinnerung weitergetragen werden.
Das Projekt hilft digital aufgewachsenen 10- bis 18-Jährigen dabei, die lebensverändernden Entscheidungen ihrer Vorfahren nicht nur zu hören, sondern emotional besser zu verstehen.
Die aktive, kreative Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann helfen, geerbtem Schmerz eine Form zu geben und mehr Frieden in der Familienerinnerung zu schaffen.
2. Der digitale Raum als Verbindung der Gemeinschaft
Statt eines einsamen Prozesses wird die Auseinandersetzung zu einem Gemeinschaftserlebnis. Der Online-Raum ermöglicht jungen Ungarn aus verschiedenen Teilen der Welt — New York, Sydney, Wien und darüber hinaus — miteinander in Kontakt zu kommen.
Die gemeinsame Sprache und die gemeinsame Erfahrung des Lebens in der Diaspora können daraus eine besondere, grenzüberschreitende Community entstehen lassen.
3. Lernen und Innovation: AI im Dienst des Verstehens
Die Teilnahme ist zugleich eine intensive digitale Weiterbildung. Die Jugendlichen lernen moderne Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz kennen und nutzen sie, um die Vergangenheit durch Kolorierung, Animation und Narration lebendig zu machen.
Technologie ist hier kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für Verständnis und Empathie.
4. Gemeinschaftliche Unterstützung
Damit dieses Wissen und diese Erfahrung alle interessierten Jugendlichen erreichen können, ist die Teilnahme vollständig kostenlos.
Der Fotokünstler Norbert Bánhalmi möchte die Finanzierung mithilfe gemeinschaftlicher Unterstützung und eines besonderen persönlichen Beitrags ermöglichen: durch den Verkauf des ersten limitierten Fine-Art-Werks seiner Laufbahn, das ausdrücklich zum Verkauf angeboten wird.
Der Wert des Kunstwerks liegt bei etwa 25.000 EUR, konkret bei 9,381 ETH.
Das Bild und seine Geschichte sind hier zu sehen: https://www.norbertbanhalmi.com/mybest
Das Projekt zeigt, dass Technologie uns nicht von der Vergangenheit trennen muss. Richtig eingesetzt kann sie eines der stärksten Werkzeuge sein, um Erinnerung zu bewahren.
Die Botschaft von 1956 lebt auch 2026 weiter — durch die Augen der Zukunft.
Ein Einstieg in das Projekt ist laufend bis September 2026 möglich.
Unsere fachlichen Partnerinnen in Österreich sind Erzsébet Fadgyas, Annamária Legény und Zoé Amman, Gründerinnen des Vereins Mi Magyarok Egymásért.
Bereits dabei sind:
Teil des BANHALMI Ökosystems
Den professionellen Kontext und die praktische Seite der Porträtfotografie findest du auf der BANHALMI Website. Verwandte Kunstserien, Bücher und Ausstellungen bewahrt das BANHALMI ART Archiv.

