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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Vorübergehend in der Kinderlosigkeit feststecken

  • Autorenbild: Júlia (40)
    Júlia (40)
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


A Nő világa - Júlia


Die Betonung liegt auf dem ersten Wort.

Die anderen beiden beschreiben hoffentlich nur einen vorübergehenden Zustand — auch wenn er schon seit Jahren anhält.

Ich möchte wieder daran glauben, dass der erste Frühlingswind diese beiden Wörter endlich aus meinem Leben bläst.

Noch immer trage ich unzählige Fragen in mir.

Jede davon habe ich gefühlt sechshundertmal durchgekaut und denke trotzdem immer wieder anders darüber — je nachdem, wo ich mich gerade auf der emotionalen Achterbahn befinde, die dieser Zustand mit sich bringt.

Warum muss ich schon wieder hier sitzen?

Warum sitze ich eigentlich immer noch hier?

Ob im Wartezimmer einer Arztpraxis, bei der Blutabnahme oder an irgendeinem alternativen Behandlungsort.

Wenn ich hier nicht mehr sitze, bedeutet das dann, dass ich aufgegeben und mich mit der Situation abgefunden habe?

Oder mache ich einfach nur eine Pause, weil ich es für eine Weile vergessen möchte und nicht will, dass dieses Thema jeden meiner Tage durchdringt?

Ich weiß, dass ich nicht ewig aufschieben darf.

Das habe ich bisher auch nicht getan.

Der Richtige kam ebenfalls spät.

Denn im Leben passieren Dinge nun einmal nicht immer dann und so, wie wir es gerne hätten.

Jetzt werde ich meine Geschichte dem Arzt hinter der Tür erneut erzählen müssen.

Vielleicht höre ich wieder eine Art Urteil.

Oder einen neuen Behandlungsplan.

Wir werden sehen.

Eine Garantie gibt es natürlich nicht.

Entweder es funktioniert, oder mein Körper und meine Seele reagieren nicht gut darauf.

Ich werde mich kurz und sachlich halten.

Wenn mir wieder Tränen in die Augen steigen, hilft das niemandem.

Die hebe ich mir für später auf, wenn ich allein bin.

Hier weiß ohnehin niemand, was er mit ihnen anfangen soll.

Es wäre nur für uns beide unangenehm.

Tief durchatmen.

Wasser trinken.

Zur Toilette gehen.

Das schaffe ich.

Aber zuerst muss ich weiter warten.

Warten und warten, obwohl der Termin schon vor ein oder zwei Monaten vereinbart wurde.

Ich habe ein Buch dabei.

Zeitschriften liegen hier auch genug.

Aber ich verstehe gerade den Sinn eines einzigen Satzes nicht.

Also sehe ich mir die Modefotos an.

Manchmal suche ich nach Zeichen.

Wenn ich auf dem Weg zum Arzt oder zurück als Erstes eine Frau mit Kinderwagen oder eine Schwangere sehe, ist das vielleicht ein gutes Zeichen.

Einmal fiel beim Suchen nach Rezepten für das Sonntagsessen zwischen ausgeschnittenen Zeitungsartikeln plötzlich das Foto eines Babys heraus.

Ein anderes Mal fand ich im Gurkenglas zwei zusammengewachsene Gurken und noch eine, bei der eine kleine mit einer großen verwachsen war.

Ein nettes Spiel.

Oder vielleicht schon die Grenze zum Wahnsinn?

Manchmal helfen Studierende in unserem Büro aus.

Oh, dieses Mädchen ist genauso alt wie ich damals, als meine Mutter so alt war wie ich heute.

Andere Zeiten, sage ich mir.

Damals bekamen Frauen eben schon mit Anfang zwanzig Kinder.

Gedanken wegschieben.

„Ich werde dich nicht besuchen. Versuch bitte, das zu verstehen.“

Ich verabschiede mich schnell und lege auf.

Ich spüre, wie der Druck in mir steigt.

Haben Menschen wirklich kein Einfühlungsvermögen?

Offenbar viele nicht.

Wie auf einem lächerlichen Hindernisparcours, den ich schon immer gehasst habe, versuche ich Situationen zu umgehen, die mich an schlechten Tagen besonders tief und empfindlich treffen.

Ich bin nicht mehr bereit, Theater zu spielen.

Darin war ich ohnehin nie besonders gut.

Meine Gefühle stehen mir meistens im Gesicht geschrieben.

Also halte ich aus Selbstschutz etwas Abstand zu frischgebackenen Müttern und Familien mit sehr kleinen Kindern.

Jemand gibt mir einen Flyer.

Es gibt ein Benefizkonzert für die Behandlung eines kleinen Mädchens mit Leukämie.

Ihre Mutter reicht mir den Zettel.

Als ich ihr in die Augen sehe, spüre ich sofort ihren Schmerz.

Und gleichzeitig trifft mich die Erkenntnis, dass ihre Situation noch viel schwerer sein muss als meine.

Die Hoffnung verbindet uns.

Darüber denke ich oft nach:


Auf ein Kind zu warten ist schwer.

Aber ein Baby zu verlieren muss noch unendlich viel schlimmer sein.

Dafür hatten diese Eltern wenigstens auch glückliche Momente und Erinnerungen.

Man sagt, wir sollten versuchen, aus unseren Kämpfen etwas Gutes entstehen zu lassen.

Ich habe es versucht.

Und es scheint zu funktionieren.

Mit Kindern ehrenamtlich zu arbeiten tut mir gut.

Leider bleibt dafür zu wenig Zeit.

Natürlich sind diese Kinder schon etwas größer.

Mit ganz kleinen würde es vermutlich nicht gehen.

Dann bekam ich völlig unerwartet durch eine Bitte im Zusammenhang mit einer Schulaufgabe für einige Monate einmal pro Woche ein „geliehenes Kind“.

Leider ist diese Zeit inzwischen vorbei, weil die Familie weggezogen ist.

Und das ist jetzt wieder schwer.

Das Kind ahnt nicht, wie viel mir diese einfache Bitte gegeben hat.

Ich habe angeboten, dass es mich jederzeit besuchen kann.

Ich hoffe, der Kontakt bleibt bestehen.

Schließlich schreibe ich bis heute mit der Nachbarin aus meiner Kindheit Briefe.

Ich würde so gern sehen, was für ein Erwachsener dieses Kind einmal wird — und seinen Weg dorthin miterleben.

Unser Ersatzkind wartet jeden Abend bellend am Tor, wenn wir nach Hause kommen.

Ein unglaublich liebenswertes kleines Wesen mit Samtohren, das selbst schwierige Momente in eine andere Stimmung verwandeln kann.

Manchmal kuschelt sich der Hund an mich, legt den Kopf auf mich und seufzt tief, als wollte er sagen:

Ich verstehe alles.

Ich warte auf den Frühlingswind.

Unsere Zukunft überlasse ich dem Schicksal und den Kräften über uns.

Vielleicht gehen wir eines Tages nicht mehr nur mit unserem Samtohr spazieren.

(Das Titelbild dient nur als Illustration.)

Professionelle Porträtfotografie funktioniert dann am stärksten, wenn hinter dem Bild der echte Mensch erkennbar bleibt.


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