Von der Kraft der Gemeinschaft zum digitalen Universum: Der Weg des Fotoclubs der Wiener Ungarischen Schule (BMI) zum VIPACH — zum ersten Jubiläum
- Bánhalmi Norbert

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Aktualisiert: vor 9 Stunden
Die Anfänge
Unsere Geschichte begann im Herbst 2024 in der Wiener Ungarischen Schule (BMI). Was zunächst als Fotokurs für Eltern mit fünf, später acht Teilnehmern begann, wuchs schnell über den Rahmen der Schule hinaus. Der Wunsch, gemeinsam kreativ zu arbeiten, und das Potenzial der Gruppe wurden zu groß für einen kleinen Kurs. Im April 2025 wurde der BMI Fotoklub Wien offiziell gegründet. Sein Motto: „Hol den Künstler aus dir heraus.“
Dieses rasante Wachstum — innerhalb eines Jahres von einer kleinen Gruppe zu einer aktiven Community mit mehr als 300 Menschen — wäre ohne starke Grundlagen nicht möglich gewesen. Das geistige und räumliche Zuhause des Clubs stellte der Zentralverband Ungarischer Vereine und Organisationen in Österreich zur Verfügung. Besonderer Dank gilt Prof. Dr. Andrea Seidler, Präsidentin des Verbandes, und Kinga Csenge Bajka, Leiterin der Wiener Ungarischen Schule. Ihr Engagement und ihre Vision haben dazu beigetragen, dass dieser Traum Wirklichkeit werden konnte.
Von unserer ersten bescheidenen Ausstellung in einem Stiegenhaus dauerte es kaum ein Jahr, bis Ende 2025 die renommierte Vienna City Gallery während der wichtigen Weihnachtszeit zwei Wochen lang 40 Werke von 32 Künstlern präsentierte.
Wichtig ist uns: Unsere Fotocommunity arbeitet selbsttragend als unabhängiger Freundeskreis. Alle entstehenden Kosten werden von den Mitgliedern gemeinsam getragen. So konnten auch unsere beiden besonderen Fotoausstellungen zum einjährigen Jubiläum im Herzen Wiens realisiert werden.
Unsere Tätigkeit konzentriert sich auf gesellschaftlichen Mehrwert. Norbert Bánhalmi übernimmt die Leitung gerne ehrenamtlich — getragen von mehr als 25 Jahren Leidenschaft für Fotografie.
Die Stärke unserer Gemeinschaft zeigt sich auch darin, dass wir durch unser selbsttragendes Modell bereits mehrere wertvolle Projekte unterstützen konnten, darunter die Klimatisierung der Wiener Ungarischen Schule und die Mitfinanzierung eines Klaviers für die Schule.
All das konnte bereits im ersten Jahr des Clubs entstehen und spiegelt das Engagement unserer Gemeinschaft wider.
Über Norbert Bánhalmi unterstützt uns technisch und fachlich die internationale Kameramarke OM System.
Evolution
Wachstum bringt ganz natürlich Veränderung mit sich. Im Lauf der Clubarbeit wurde immer deutlicher, dass unsere Aktivitäten den lokalen Rahmen überschritten hatten. Das Interesse an unseren Ausstellungen, unserer Online-Präsenz und unseren besonderen Lehrmethoden beschränkt sich längst nicht mehr auf Wien; inzwischen verfügen wir über eine bedeutende internationale Fangemeinde und Reichweite.
Eine grenzüberschreitende Community mit globalen Ambitionen braucht einen Namen, der diese Offenheit und den neuen Maßstab widerspiegelt. Deshalb entschieden wir, ab 1. Januar 2026 mit einer neuen Identität und neuer Energie weiterzumachen: VIPACH — Vienna Photo Art & Creative Social Hub.
Der Name ist symbolisch. Im Sanskrit bedeutet „vipach“ (oder vipac) sinngemäß „reifen“, „sich entwickeln“, „Frucht tragen“. Das ist eine passende Metapher für den Weg unserer Gemeinschaft und die künstlerische Reifung unserer Mitglieder.
Der Mensch hinter der Vision
Die fachliche Ausrichtung und die Haltung des Clubs werden vom Fotokünstler Norbert Bánhalmi (BANHALMI) geprägt, dessen Hintergrund in der Kunstwelt alles andere als gewöhnlich ist. Sein Profil verbindet Präzision und Kreativität auf besondere Weise: Er besitzt einen Abschluss als IT-Ingenieur und militärische Erfahrung, was systemisches Denken und Disziplin in seine Arbeit einbringt. Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er am international renommierten New York Institute of Photography.
Seit 2018 ist er ungarischer Markenbotschafter der internationalen Kameramarke OM System. Im Laufe seiner Karriere hatte er bislang 16 Einzelausstellungen in Städten wie Budapest, Wien und New York. Er ist Mitautor von drei Büchern und war mehrere Jahre Kurator der Rege Galerie der Benediktinerabtei Tihany. Dort gehörte zu seinen herausragenden Projekten die gemeinsam mit Samsung Ungarn geschaffene digitale Ausstellungsfläche, auf der zahlreiche Künstler ihre Arbeiten präsentieren konnten.
Seine Philosophie gehört zu den Grundsteinen von VIPACH: „Fotografie ist mehr als das Festhalten eines Augenblicks; sie ist ein Weg zur Selbsterkenntnis.“
Norberts Arbeit als Kurator und Lehrender wird vom Kunsthistoriker und Museologen Dávid Balogh unterstützt. Dessen akademisches Wissen schafft eine Brücke zwischen klassischer Bildung und zeitgenössischem Schaffen.
Technologische Innovation im Ausstellungsraum
Bei unseren Ausstellungen Ende 2025 — Details weiter unten — begegnen Besucher einer technologischen Innovation, die die Interaktion mit Kunstwerken verändert: einer integrierten Authentifizierung per NFC-Chip (Near Field Communication).
Warum ist das mehr als ein QR-Code?
Ein QR-Code kann von jedem kopiert oder ausgedruckt werden. Der spezielle NFC-Chip, den wir einsetzen, ist dagegen physisch in das Kunstwerk selbst integriert — in den Rahmen oder das Trägermaterial — und auf der Rückseite mit einem individuellen Siegel versehen. So entsteht eine manipulationsresistente digitale Kennung.
Wie funktioniert es?
Hält ein Besucher sein eigenes, mit dem Internet verbundenes Smartphone an die rechte untere Ecke des Bildes — durch Berührung oder in wenigen Zentimetern Abstand — liest das Telefon den Chip automatisch aus.
Was bietet das Besuchern und Sammlern?
1. Sofortige Information: Auf dem Smartphone erscheinen das Profil des Künstlers, die ausführliche Entstehungsgeschichte des Bildes und der Preis des Werks.
2. Authentifizierung und Provenienz: Der Chip unterstützt die Überprüfung, dass es sich um das Originalwerk handelt. Ein derartiges Sicherheitskonzept ist im Kunstmarkt als Authentifizierungsinstrument noch vergleichsweise selten; VIPACH nimmt damit auch in diesem Bereich eine frühe Rolle ein.
Doppelte künstlerische Magie im Herzen Wiens: Wenn Bilder lebendig werden
1. Akt: Die Suche nach Harmonie
Ausstellungstitel: „As I Like It Austria“ — Mit ungarischem Herzen, Wiener Seele Zeitraum: 30. November – 6. Dezember 2025
Was entsteht, wenn ungarisches Temperament auf österreichische Eleganz trifft? Wenn wir nicht nach Unterschieden suchen, sondern nach jenem Punkt, an dem zwei Kulturen miteinander verschmelzen?
„As I Like It Austria“ ist eine visuelle Liebeserklärung an unsere gewählte Heimat. In Wien lebende ungarische Fotografen zeigen keine klassischen Touristenmotive, sondern versteckte Momente — das Gefühl, auch in der Fremde zuhause zu sein.
Warum sollte man diese Ausstellung nicht verpassen?
Die Ausstellung ist eine Art „Entschleunigungspille“ im Weihnachtsstress. Die Bilder laden dazu ein, stehen zu bleiben, tief Luft zu holen und die kleinen, fragilen Wunder des Alltags wahrzunehmen: einen besonderen Lichtstrahl auf der Straße, ein ehrlich eingefangenes Lächeln, stille Harmonie. Es ist eine spirituelle Reise hin zu mehr Lebensbejahung — durch ungarische Augen, vor österreichischer Kulisse.
2. Akt: Das große Bekenntnis und die digitale Revolution
Ausstellungstitel: „Das Bild meines Lebens“ — 16 Schicksale, 20 unwiederholbare Momente Zeitraum: 7.–13. Dezember 2025
Wenn ein Fotokünstler nur ein einziges Bild auswählen dürfte, das sein gesamtes Leben, seine Laufbahn oder seine Weltsicht definiert — welches wäre es?
In der zweiten Woche stehen Dramatik und Ehrlichkeit im Mittelpunkt. Sechzehn ungarische Fotokünstler bringen ihre persönlichsten und am stärksten gehüteten Werke mit. Diese Fotografien sind nicht einfach Bilder an der Wand; sie sind Wendepunkte im Leben, visuelle Beichten und Fenster in die Innenwelt der Künstler.
Die technologische Besonderheit: NFT + physische Realität
Bei dieser Ausstellung erprobt VIPACH eine neue Verbindung zwischen digitaler und physischer Kunstwelt.
Eines der hervorgehobenen Werke kann als NFT — als digitaler Herkunftsnachweis — erworben werden, allerdings mit einer wichtigen Besonderheit: Es handelt sich um ein sogenanntes „Utility NFT“. Das bedeutet, dass der Käufer zusammen mit dem digitalen Token auch das hochwertige, authentifizierte physische Kunstwerk erhält.
Dies ist ein mögliches Modell für die Zukunft des Kunstsammelns. Gleichzeitig unterstützt der Kauf einen kulturellen Zweck: Mit dem Erlös — rund 30.000 Euro — soll der groß angelegte Dokumentarfilm der Community zum 70. Jahrestag der Ungarischen Revolution von 1956 finanziert werden.
Ort für beide Ausstellungen:
CITYgalleryVIENNA, Wien 1. Bezirk. Die Ausstellungen können während der Öffnungszeiten der Galerie täglich von 14:00 bis 19:00 Uhr besucht werden.
Pläne für die Zukunft: 2026 — Wenn Geschichte und Künstliche Intelligenz aufeinandertreffen
Die Vision von VIPACH ist ambitioniert und international. Unsere Strategie für 2026 baut auf zwei großen historischen Jubiläen auf — dem 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten und dem 70. Jahrestag der Ungarischen Revolution von 1956 — und verbindet sie mit zeitgemäßer Technologie.
1. Die große Reise: New York 2026 und das Erbe von Magnum
Im Mai 2026 begibt sich das VIPACH-Team auf eine kreative Reise nach New York. Es ist keine Touristenreise, sondern als dokumentarische Mission gedacht. Unser Ziel ist es, den 250. Geburtstag der USA durch die Linse des heutigen New York festzuhalten und den Begriff „Freiheit“ im 21. Jahrhundert visuell zu interpretieren.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Hommage an unsere professionellen Wurzeln. Wir planen den Besuch des legendären New Yorker Sitzes von Magnum Photos und möchten dort dessen Mitgründer Robert Capa — Endre Friedmann — ehren, einen der großen Namen ungarischer Fotografie.
2. '56 mit den Augen der Zukunft: Globales AI-Media-Creation-Projekt
Dieses von Norbert Bánhalmi entwickelte Vorhaben ist das bislang ambitionierteste Projekt von VIPACH. Ziel ist es, mithilfe moderner Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz eine digitale Brücke zwischen jungen Ungarn im Ausland und dem Erbe ihrer Urgroßeltern zu bauen.
Das Projekt hat zwei Hauptsäulen:
● „Stimmen der Freiheit“ — Dokumentarfilm: Mithilfe von KI-Software arbeiten wir mit Jahrzehnte alten, bisher unveröffentlichten Interviews, die mit ungarischen Emigranten des Jahres 1956 in New York aufgenommen wurden. Junge Teilnehmer ergänzen das visuelle Material mit generativen KI-Werkzeugen und geben den historischen Stimmen eine zeitgemäße Form.
● „Bewegte Erinnerung“ — Animation: Originale statische Archivfotografien aus dem Jahr 1956 werden zum Leben erweckt. KI-gestützte Kolorierung und räumliche Bewegung durch einen Parallax-Effekt bringen Dynamik in die Bilder. Junge Kreative schreiben eigene Narrationen und geben der Geschichte dadurch eine persönliche emotionale Ebene.
Der Höhepunkt: hybride und Open-Source-Ausstellung
Das Projekt soll im Oktober 2026 rund um den Gedenktag an die Revolution von 1956 in Wien seinen Höhepunkt erreichen. Am Schwedenplatz planen wir eine hybride Ausstellung, bei der QR-Codes in straßenseitigen Fenstern Passanten zu interaktiven digitalen Inhalten führen.
Die wichtigste Innovation ist jedoch das Konzept „Open-Source-Erinnerung“: Das vollständige Ausstellungsmaterial wird digital und kostenlos für ungarische Gemeinschaften auf der ganzen Welt zugänglich gemacht. So können Diaspora-Communities von New York bis Sydney mit unserem Material ihre eigene Gedenkveranstaltung organisieren und aus dem Projekt eine globale Bewegung machen.
Die Tür von VIPACH — Vienna Photo Art & Creative Social Hub — steht offen. Werde Teil einer Gemeinschaft, die die Vergangenheit respektiert und gleichzeitig mutig die Werkzeuge der Zukunft zum kreativen Arbeiten nutzt.
Ort: Zentralverband Ungarischer Vereine und Organisationen in Österreich | Schwedenplatz 2, 1010 Wien.
Teil des BANHALMI Ökosystems
Den professionellen Kontext und die praktische Seite der Porträtfotografie findest du auf der BANHALMI Website. Verwandte Kunstserien, Bücher und Ausstellungen bewahrt das BANHALMI ART Archiv.