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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Sternschnuppe

  • Autorenbild: Ancsi (29)
    Ancsi (29)
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


Fehér felhő szív a kék égen. Füst és Lézer! Támadnak a Hollandok! Szerelem, romantika


Man sagt, wenn eine neue Seele ankommt, verlässt eine andere diese Welt.

2014 lernte ich einen Mann kennen.

Wir verliebten uns praktisch sofort.

Kurz darauf zogen wir zusammen.

Nach anderthalb Jahren heirateten wir.

Es waren unglaublich glückliche Jahre.

Ich kann ehrlich sagen, dass ich vorher noch nie so lange am Stück in fast allen Bereichen meines Lebens so glücklich gewesen war.

Natürlich passiert es manchmal, dass eine Sache im Leben wunderbar funktioniert und dafür eine andere auseinanderfällt.

Bei mir war es meine Familie.

Nach einem großen Konflikt teilte sich die Familie in zwei Lager.

Meine Mutter und meine Geschwister brachen den Kontakt zu meinem Vater vollständig ab.

Ich war immer ein Papakind gewesen.

Mama wusste, dass ich zu ihm halten würde.

Und natürlich würde mein Mann an meiner Seite stehen.

Für meinen Vater war das alles jedoch unglaublich schwer.

Sein ganzes Leben hatte er eine große Familie um sich gehabt.

Mit 75 war er plötzlich fast vollkommen allein.

Mit einer schweren Herzerkrankung.

Und mehrere Dutzend Kilometer von allen Familienmitgliedern entfernt.

Er hatte der westlichen Medizin immer misstraut.

Ein sehr guter Freund unserer Familie — zugleich Patenonkel meiner Schwester — war ein anerkannter Kardiologe.

Selbst er konnte meinen Vater nicht von der notwendigen Operation überzeugen.

Trotz der familiären Schwierigkeiten waren mein Mann und ich irgendwann bereit für ein Kind.

Auf die kleine Seele mussten wir nicht lange warten.

Vielleicht war auch das kein Zufall.

Voller Freude warteten wir auf unser erstes Baby.

Da ich als Sonderpädagogin im Kindergarten arbeitete, wurde meine Schwangerschaft relativ früh als Risikoschwangerschaft eingestuft.

Deshalb blieb ich bald zu Hause.

Dadurch hatte ich mehr Zeit, meinen Vater zu sehen und mit ihm zu reden.

Das tat uns beiden gut.

Denn Papa litt sehr unter seiner Einsamkeit.

Natürlich gab es auch zwischen uns Konflikte.

Sein Hunger nach Liebe war riesig geworden.

Ich allein konnte ihn nicht stillen.

Doch wir fanden nach Streit immer schnell wieder zueinander.

Anfang Juni 2017 kam unser kleiner Sohn zur Welt.

Die ganze Familie war glücklich.

Ich stellte mich neugierig den Aufgaben der Babypflege.

Und wartete darauf, dass irgendwann dieser berühmte Mutterinstinkt in mir anspringt, von dem alle reden.

Er sprang nicht an.

Ich freute mich sehr über mein Baby.

Ich sah, wie schön und süß es war.

Trotzdem fühlte es sich zunächst einfach wie ein Baby an, um das ich mich kümmerte und das ich liebte.

Die ersten Tage waren nicht leicht.

Er hatte Koliken.

Diese Zeit machte mich vollkommen fertig.

Wir schliefen wenig.

Das Baby weinte viel.

Und zum ersten Mal lagen Streitigkeiten wie Schatten über der bis dahin fast wolkenlosen Beziehung mit meinem Mann.

Eigentlich hatten wir geplant, in den ersten Wochen keinen Besuch zu empfangen.

Doch mein Vater wollte seinen Enkel unbedingt sehen.

Und auch mit uns reden.

Also passten wir unsere selbst gesetzten Regeln an.

Nach einer Woche durfte Papa als erster Besucher unseren kleinen Jungen kennenlernen.

Die Nacht davor war wieder unglaublich schwer.

Bis zum Morgen überlegte ich sogar, das Treffen abzusagen.

Am Ende tat ich es nicht.

Papa kam.

Er war so glücklich.

Er freute sich, uns zu sehen.

Hörte gern unsere Geschichten über die Geburt, die ersten Tage und unseren Sohn.

Als das Baby müde wurde, brachte ich es ins andere Zimmer zum Einschlafen.

Nicht lange danach verabschiedete sich mein Vater.

Wir gingen mit dem Gedanken auseinander:


In ein oder zwei Wochen sehen wir uns wieder.

Zum Abschied sagte er:


„Endlich ist mein erstes Enkelkind geboren. Mit ihm kann ich Großvatersein wirklich in seiner ganzen Tiefe erleben.“

Tränen standen in seinen Augen.

Wir küssten uns zum Abschied.

Dann ging er.

Am nächsten Tag rief meine Mutter an.

Sie sagte nur:


„Setz dich hin.“

In dem Moment wusste ich bereits, was sie sagen würde.

Am Morgen nach unserem Treffen war mein Vater am Bahnhof zusammengebrochen.

Er war sofort tot.

Sein Herz.

Ich war unfassbar traurig.

Ich liebte Papa sehr.

Die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres hatten uns sogar noch näher zusammengebracht.

Ich wollte wütend sein.

Auf mein Baby.

Weil ich es versorgen musste, statt mich einfach in meinen Schmerz fallen zu lassen.

Auf meinen Mann.

Weil er mir einen Tag zum Trauern gab und mich am nächsten Tag anfuhr:


Reiß dich zusammen.

Da ist unser eine Woche altes Baby.

Es braucht Liebe und Pflege.

Am besten mit einem Lächeln.

Ich wollte auf Papa wütend sein, weil er die Operation verweigert hatte.

Aber Wut kam nicht.

Nur eine unerträgliche Leere.

Ganz tief in mir ließ ich sogar noch eine winzige Möglichkeit offen:


Vielleicht ist das alles gar nicht wahr.

Wer schon einmal einen Menschen verloren hat, weiß, was ich meine.

Ich fühlte mich wie ein Waisenkind.

Ich war nicht mehr Papas kleines Mädchen.

Ich war jetzt selbst Elternteil.

MUTTER.

Ich musste stark sein.

Für mein Baby.

Für meine neue Familie.

Diese Tragödie zwang mich, erwachsen zu werden und seelisch stärker zu werden.

Ich hatte keine andere Wahl.

Später erfuhr ich etwas.

Als Papa bei uns gewesen war und ich den Kleinen im anderen Zimmer zum Schlafen brachte, versuchte mein Mann ihn noch einmal zur Operation zu bewegen.

Vergeblich.

Papa wusste offenbar schon etwas.

Er antwortete nur:


„Soll kommen, was kommen muss.“

(Das Titelbild dient nur als Illustration.)

Professionelle Porträtfotografie funktioniert dann am stärksten, wenn hinter dem Bild der echte Mensch erkennbar bleibt.


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