Ohne Filter – Die Geschichte meines Körpers | Móni
- Móni

- vor 4 Tagen
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Aktualisiert: vor 9 Stunden
Psoriasis ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Sie ist nicht ansteckend, auch wenn viele Menschen das noch immer glauben. Bei ihrer Entstehung spielen eine angeborene Veranlagung sowie Umwelt- und Auslösefaktoren eine Rolle. Meine ersten Symptome traten ungefähr 2007 auf: kleine Stellen auf der Kopfhaut und am Bauchnabel. Als es immer schlimmer wurde, ging ich zum Arzt. Viel passierte nicht — ein oder zwei Cremes, damit war die Sache zunächst erledigt.
Und ich war gerade einmal zwanzig Jahre alt.
Ich konnte keinen Sport mehr treiben und verlor damit den Motor meines Lebens. Mein bis zur Taille reichendes Haar musste nach und nach immer kürzer geschnitten werden. Das fiel mir als Frau schwer, weil ich zuvor nie kurze Haare gehabt hatte.
Das Haar musste gekürzt werden, damit die tägliche Behandlung leichter auf die Kopfhaut aufgetragen werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich jede Hoffnung verloren, dass es irgendwann besser werden könnte. Das Gefühl, dass niemand helfen konnte, verursachte unbeschreiblichen seelischen Schmerz. Und die psychische Belastung verschlechterte meinen körperlichen Zustand zusätzlich.
Dank eines sehr guten Freundes, der sich nicht damit abfinden wollte, dass es einfach so bleiben sollte, bekamen wir schließlich einen Termin in der Psoriasis-Ambulanz in Szeged. Inzwischen war selbst das Anziehen eines T-Shirts ohne Steroide und starke Schmerzmittel eine Herausforderung. Anfang 2009 kam ich schließlich nach Szeged. Aufgrund der Schwere der Erkrankung und der Beteiligung meiner Nägel blieb ich dort eine Woche, damit alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden konnten.
Nach Abschluss der Untersuchungen begannen die Ärzte mit den passenden Behandlungen. Natürlich verbesserte sich nicht alles sofort, aber Schritt für Schritt änderte sich die Situation. Die Gelenkschmerzen ließen nach, die Hautveränderungen gingen zurück und auch die Nägel erholten sich sehr langsam.
Psoriasis bedeutet nicht nur körperliche Symptome. Es ist auch eine enorme seelische Herausforderung zu verarbeiten, dass man plötzlich Dinge nicht mehr tun kann, die vorher selbstverständlich waren. Neue Beziehungen aufzubauen wird schwierig, und auch bestehende Beziehungen werden stark auf die Probe gestellt.
Nachdem in Szeged eine biologische Therapie begonnen worden war, sah ich Monat für Monat besser aus.
Nicht nur mein Körper begann zu heilen. Auch meine Seele.
Meine Freunde brachten mich praktisch zu jedem Training. Sie holten mich ab, halfen mir beim Anziehen und fuhren mich in die Sporthalle. Selbst wenn ich nur auf der Tribüne sitzen konnte, war ich bei ihnen, und das bedeutete mir unglaublich viel. Sie warteten beinahe genauso sehr darauf, dass ich wieder auf dem Spielfeld stehen würde, wie ich selbst.
Ich wollte meine Geschichte erzählen, weil es sich schon gelohnt hat, sie aufzuschreiben, wenn ich dadurch auch nur für eine einzige Frau oder einen einzigen Mann mit Psoriasis zu einem Freund, Teamkollegen oder Familienmitglied werden kann — zu jemandem, der ihre Hand hält und hilft, diese schwere Zeit zu überstehen.
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