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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Mein Körper hat nicht vergessen: Den Schatten der Vergangenheit begegnen

  • Autorenbild: Ronyka (41)
    Ronyka (41)
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


Szomorú nő, fehér pólóban egy szobában néz ki az ablakon az íróasztalnál űlve. A Nő világa könyv illusztrációja


Diese Geschichte ist eine der Geschichten aus unserem gemeinsam mit Miklós Vámos entstandenen Buch A Nő világa (Die Welt der Frau).

(Triggerwarnung: Dieser Beitrag behandelt das Thema sexueller Übergriffe.)

Hattest du schon einmal das Gefühl, nicht am richtigen Platz zu sein? Nicht zu wissen, wer du bist und welcher Weg deiner ist? Dich selbst zu suchen, aber nicht zu wissen, wie es weitergehen soll?

Wenn du überall und von jedem nur Zurückweisung zu erleben scheinst und nicht verstehst, was du falsch machst? Warum finden andere scheinbar im Handumdrehen einen Partner und kennen Einsamkeit kaum, während du nur dieses zermürbende Gefühl des Alleinseins kennst?

Vor zwei Jahren wurde mir wegen einer Autoimmunerkrankung die Milz entfernt, und seitdem habe ich mich selbst einfach nicht wiedergefunden. Als wäre etwas in mir zerbrochen. Im März 2017 arbeitete ich ehrenamtlich als Dolmetscherin auf einer Konferenz. Seitdem hatte ich immer stärker das Gefühl, nicht am richtigen Ort zu sein — weder beruflich noch privat. Weil ich mit diesem Gefühl nichts anfangen konnte, begann ich, nach mir selbst zu suchen.

Gleichzeitig wünschte ich mir endlich einen Partner. Seit zwanzig Jahren wollte ich heiraten, doch ich hatte das Gefühl, dass mich niemand wollte.


Das Labyrinth der Suche

Ich ging zur Berufsorientierungsberatung, beschäftigte mich mit Persönlichkeitsentwicklung und machte Selbstreflexionstests. Ich wollte wissen, wer ich wirklich bin, was ich immer wieder falsch mache und warum Männer mich ablehnen.

Eine konkrete Antwort bekam ich nicht. Ich erfuhr jedoch, dass bei vielen Menschen um das vierzigste Lebensjahr das Gefühl entsteht, etwas anderes mit ihrem Leben machen zu wollen. Bei mir hatte das Gefühl des Feststeckens allerdings einen anderen Ursprung: ein Geheimnis, das ich seit zwanzig Jahren in einer tiefen Schublade meiner Seele eingeschlossen hatte. Niemand wusste davon außer mir.

Die Hülle — und was dahinter lag

Zwanzig Jahre lang lebte ich von der Welt abgeschottet. Ich nannte es meine Hülle. In Wahrheit war diese Hülle eher eine Grube, und ich saß ganz unten. Ich zog mich von allen Menschen und von allem zurück und hielt mich mit allen möglichen Dingen beschäftigt, damit ich mich meinen seelischen Qualen nicht stellen musste.

Das Geheimnis war ein sexueller Übergriff, der geschah, als ich zwanzig Jahre alt war.

Ein Mann aus meinem Bekanntenkreis bedrängte mich gewaltsam. An seinen Namen erinnere ich mich nicht mehr, nur an sein Gesicht. Im engeren Sinn hat er mich nicht vergewaltigt, aber er hielt mich so stark fest, dass ich mich nicht befreien konnte und irgendwann aufhörte, mich zu wehren. Er ejakulierte auf mein Gesicht — seitdem empfinde ich Ekel vor Sperma — und als ich kämpfte, schlug er mich. Aus Hilflosigkeit gab ich auf. Als erste sexuelle Erfahrung mit zwanzig Jahren hat sich dieser Moment dauerhaft in mich eingebrannt.

Die Reaktion meines Körpers auf das Trauma

In meinen Zwanzigern führte dieses Trauma zu einem Zusammenbruch. Wegen Depressionen war ich in psychiatrischer Behandlung, doch die Wahrheit erzählte ich niemandem. Ich schämte mich, obwohl ich das Opfer war.

Ich hatte panische Angst davor, dass Männer mir wehtun könnten, und wollte diesen Schmerz nie wieder erleben. Mein Kopf entwickelte deshalb einen Schutzmechanismus: Ich nahm zu. Ich wurde dick und empfand mich selbst als hässlich. So konnte ich mir erklären, warum mich niemand wollte.

Natürlich verschlimmerte das alles nur. Da war eine Frau, die „niemand wollte“, weil sie dick war. Ich belohnte mich mit gutem Essen, nahm dadurch noch weiter zu, und neben meiner verletzten Psyche entwickelte mein Körper Schilddrüsen- und Autoimmunerkrankungen. Die Hülle schützte mich vor seelischem Schmerz, aber innerlich litt ich.

Als die Masken zu fallen begannen


2017 begann ich, mich mir selbst zu stellen. Als ich entschied, Verletzlichkeit zuzulassen und aus meiner Hülle herauszukommen, brach ich erneut zusammen.

Ich ging mit einer Maske zur Arbeit, damit niemand meinen tiefen Schmerz bemerkte, und weinte anschließend zu Hause stundenlang. Ich hatte das Gefühl, es sei Zeit, die Einsamkeit hinter mir zu lassen, musste dafür jedoch den Folgen des Übergriffs begegnen. Ich musste erkennen, dass ich niemanden wirklich an mich heranlassen konnte.

Ich suchte erneut psychologische Hilfe, diesmal aber mit der Wahrheit. Dabei wurde deutlich, dass ich viele typische Reaktionen eines Opfers zeigte: Schuldgefühle und die Tatsache, dass ich mir zwanzig Jahre lang selbst die Verantwortung gegeben hatte. Als ich schließlich versuchte, jemanden an mich heranzulassen, löste körperliche Berührung erneut Trauma und sexuelle Gefühllosigkeit aus.

Auf dem Weg der Heilung


Ich weiß nicht, wie andere Menschen mit so etwas weiterleben, aber ich habe mich für bewusste Auseinandersetzung entschieden.

Ich begann wieder Sport zu treiben — Box-Aerobic — und verlor zwanzig Kilogramm.

Ich beschäftige mich mit Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung.

Ich beginne zu erkennen, wer ich wirklich bin.

Ich weine noch immer oft, aber seelisch werde ich stärker. Instabilität wird allmählich durch Zielorientierung und mehr innere Balance ersetzt. Auch mein Umfeld hat diese Veränderung bemerkt.

Ich habe diese Geschichte mit ungefähr hundert Papiertaschentüchern neben mir geschrieben, doch auch das Schreiben ist eine Form der Verarbeitung. Ich glaube, dass ich damit vielen Frauen helfen kann. Es ist Zeit, darüber zu sprechen — auch unter Tränen. Denn wenn wir ein Trauma in einer Schublade einschließen, kann es unsere Seele für immer vergiften.

Und ich möchte endlich glücklich sein.

Authentische Porträtfotografie schafft nicht nur ein vorteilhaftes Bild: Sie macht Charakter, Präsenz und Persönlichkeit sichtbar.


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