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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Eine Reise durch meinen Körper

  • Autorenbild: Sophie (32)
    Sophie (32)
  • vor 4 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


Sophie - A Nő világa - fotó: Bánhalmi Norbert - profi fotós


Seit meiner Kindheit lebe ich in Kanada.

Hier habe ich auch geheiratet.

Meine Geschichte handelt von zwei Tagen.

Eines Tages entstand scheinbar aus dem Nichts die Idee, gemeinsam mit meinem Mann bei einer Frau im nahe gelegenen Edmonton ein künstlerisches Aktshooting zu buchen.

Wir kannten sie beide und fanden sie sympathisch.

Nun stand ich mitten im Raum, beinahe vollständig nackt, während Irene hinter der geöffneten Tür irgendetwas vorbereitete.

Beinahe vollständig — denn ein Slip war noch übrig.

Und ich konnte ihn nicht ausziehen.

Ich wusste natürlich, dass ich zu einem künstlerischen Aktshooting gekommen war.

Ich wusste, dass Nacktheit dazugehört.

Trotzdem konnte ich diesen letzten kleinen Tanga nicht loslassen.

Ich hatte vier BHs mitgebracht.

Zu jedem mehrere perfekt passende Unterteile:


Tangas.

Spitze.

Französische Slips.

Keines davon trug ich jetzt noch.

Dabei hatte ich meinen Körper in schöner Unterwäsche immer am attraktivsten gefunden.

Doch selbst von diesem letzten winzigen Stoffstück konnte ich mich kaum trennen.

Mein Mann war fünf Minuten zuvor gegangen.

Natürlich kam genau im wichtigsten Moment etwas dazwischen.

Bis dahin hatte er mir dabei geholfen, überhaupt so weit mit dem Ausziehen zu kommen.

Plötzlich war ich allein.

Mit einer fremden Frau und ihrer Kamera.

Dabei war mein Mann für mich Sicherheit.

Und unsere Ehe war gerade an dem Punkt angekommen, an dem wir uns ein Kind wünschten.

Genau deshalb war ich hier.

Ich wollte den Körper festhalten, den ich nach einer Schwangerschaft vielleicht nie wieder zurückbekommen würde.

Ich hoffte, einige schöne Bilder würden mir helfen, Dinge loszulassen, die ich nicht in die Freude der Mutterschaft mitnehmen konnte.

Deshalb hatte ich bewusst eine Fotografin gewählt.

Ich dachte:


Eine Frau versteht das besser.

Ich betrachtete meinen Körper wie eine Skulptur.

Zog den Bauch ein.

Mit meinem Bauch hatte ich mich nie wirklich versöhnt.

Schön fand ich meinen Körper nur, wenn ich die Bauchmuskeln anspannte.

So.

Jetzt sah es okay aus.

Ich nahm meinen Mut zusammen.

Schob den Slip hinunter.

Jetzt stand ich tatsächlich vollkommen nackt mitten im Raum.

Verlegen.

Angespannt.

Zerbrechlich.

Mit sorgfältig eingezogenem Bauch.

Irene hatte zwei oder drei Lampen im großen Studio aufgebaut.

Ich stellte mich dazwischen.

„Schließ die Augen“, sagte sie.

„Und berühre deinen Körper liebevoll dort, wo du möchtest.“

Verlegen folgte ich ihrer Anweisung.

Ich arbeitete mich langsam von oben nach unten.

Berührte aufmerksam jede kleine Hautfläche.

Als ich meine Brüste erreichte, floss eine angenehme Wärme durch mich.

Ich begann loszulassen.

Die Außenwelt verschwand.

Irene klickte diskret weiter.

Und ließ mich bewegen, wie es sich für mich gut anfühlte.

Schon bald hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass wir zu zweit waren.

Hinter den hellen Lampen hörte sie praktisch auf, für mich zu existieren.

Ich betrat eine Welt, von der das schüchterne Mädchen, das zehn Minuten zuvor noch hinter einem Tanga Schutz gesucht hatte, nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

Dann war dieser erste Ausflug vorbei.

Ich wurde wieder unsicher und angespannt.

Die Künstlerin arbeitete weiter.

Und sie sprach ständig mit mir.

Mit jedem Satz wurde ich ruhiger.

„Sei einfach du selbst. Du hast doch gesagt, genau das willst du.“

Ich setzte mich ihr gegenüber rittlings hin.

Nur die Lehne eines Barhockers trennte uns.

Sie stellte das Licht so ein, dass mein Intimbereich im Schatten blieb.

Langsam überschritt ich die Grenze meiner eigenen Scham.

Im dunklen Schatten berührte ich mich weiter.

Sie bemerkte davon nichts.

Sie konzentrierte sich auf mein Gesicht.

Vor einer fremden Person legte ich meine Hemmungen ab.

Der Raum füllte sich mit Sexualität.

Mit lange unterdrückter Energie, die endlich hervorbrach.

Ich entspannte mich.

Es war mir egal, was um mich herum geschah.

„Ich habe das perfekte Foto.

Die Pose ist fertig.

Gehen wir weiter“, sagte sie.

Der Satz holte mich heraus.

Ich schämte mich wieder.

Die Anspannung kehrte zurück.

In einem anderen Raum stand ein rustikales Sofa.

Ich bat darum, dort im Liegen weiterzufotografieren.

Vielleicht würde ich wieder loslassen können.

Ich schloss die Augen.

Und berührte mich zum dritten Mal intim.

Es fühlte sich sogar noch besser an als zuvor.

Ich fuhr einfach auf dieser Achterbahn der Lust.

Meine Hemmungen verschwanden vollständig.

Ich spürte, wie die aufsteigende Lust mir Kraft gab.

Ich entspannte mich wieder.

Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt.

Darüber kam ich nicht hinweg.

Sie bemerkte es.

Dann sagte sie leise:


Stell dir einen Ort vor, an dem du vollkommen frei du selbst sein kannst.

Ich schloss die Augen.

Und begann zu fliegen.

Wem will ich eigentlich gefallen?

Warum schäme ich mich?

Wann beginne ich endlich wirklich zu leben?

Diese Fragen hämmerten in meinem Kopf.

Meine Gedanken rasten.

Ich tauchte so tief in mich ein, dass ich spürte, wie jede Faser meines Körpers Energie bekam.

Mehr.

Und noch mehr.

Ich sagte ihr, dass ich bereit sei.

Sie sagte noch etwas.

Aber nur ein Wort blieb in meinem Gedächtnis:


Unbefriedigtheit.

Plötzlich brach in mir ein Damm.

Ich wurde wütend auf meinen Mann.

Auf die Liebe meines Lebens.

Wütend darüber, wie wenig sexuelles Verlangen er häufig empfand.

Wie oft ich Zurückweisung erlebt hatte.

Wie selten ich ihn verführen konnte — ganz gleich ob sexy Unterwäsche oder eingezogener Bauch.

Bis dahin hatte ich diese Realität verständnisvoll angenommen.

Nun verlangte ein Teil von mir plötzlich etwas für sich.

Mein Körper wollte Sex mit beinahe erschreckender Intensität.

Kribbelnde Erregung.

Brennende Energie.

Irene fotografierte weiterhin diskret.

Mich störte es überhaupt nicht.

Draußen war ein angenehmer Herbsttag.

Durch die Fenster drang Stadtlärm ins Studio.

Als ich die Augen öffnete, war mein erster Gedanke:


Wie unglaublich real alles wirkt.

Das schwarze Metallgestell der Lampen.

Das abgenutzte Muster des Sofas aus dem 18. Jahrhundert.

Die leuchtend orangefarbenen Kissen.

Der Lichtstrahl durch das Fenster.

Ich war endlich in mir selbst angekommen.

Und schämte mich für nichts.

Ein wenig später gab Irene mir die Bilder zur Auswahl.

Ich sah eine wunderschöne Frau.

Jede Stelle ihres Körpers war schön.

Straff.

Muskulös.

Schlank.

Die Pickel, die ich am Vortag noch als Katastrophe erlebt hatte, und kleine Hautunreinheiten mit Geschichten aus vielen Jahren wurden plötzlich Teil dieses schönen Körpers.

Meines Körpers.

Die Freude darüber, mich so zu erkennen, lässt sich kaum beschreiben.

Ich beschuldigte Irene sogar, die Bilder entgegen meiner Bitte retuschiert zu haben.

Sie sah mich überrascht an.

„Wann hätte ich das denn machen sollen? Ich habe gerade erst die Speicherkarte aus der Kamera genommen.“

Meine Augen wurden groß.

Diese wunderschönen Bilder kamen direkt aus der Kamera.

Am liebsten hätte ich sie sofort an die Wand gehängt.

Irene fotografierte seit beinahe zehn Jahren Menschen.

Vielleicht lag darin das Geheimnis ihrer ruhigen Akzeptanz.

Ich sah in ihr inzwischen nicht mehr „die Frau“ vor mir.

Sondern einen freundlichen, lächelnden jungen Menschen, der seine Arbeit liebevoll und aufmerksam macht.

Unter den Bildern gab es eines, das besonders wichtig war.

Mein Bauch war über meiner Weiblichkeit beleuchtet.

Mein Bauch.

Nicht eingezogen.

Natürlich rund.

Wunderschön.

Ich begann zu weinen.

Das Bild berührte mich tief.

Mutterschaft und Weiblichkeit gehören zusammen.

Genau deshalb war ich gekommen.

Genau dieses Foto hatte ich mir gewünscht.

Am Ende des Shootings war mein Mann wieder da.

Gemeinsam bewunderten wir die Bilder.

Doch ein Satz von Irene hatte in mir eine Tür geöffnet.

Am nächsten Morgen hatte ich ein geschäftliches Treffen mit einem Mann, dem ich aus meiner Jugend einige der intensivsten Erfahrungen von Verlangen verdankte.

Er hatte mich über die Jahre weiterhin begehrt.

Fast zehn Jahre lang — seit ich meinen Mann kennengelernt hatte — erwiderte ich dieses Verlangen nicht.

Dieses Mal jedoch spürte ich bei unserem Treffen sofort wieder Strom durch jede Faser meines Körpers.

Energie.

Verlangen.

Gier.

Zum ersten Mal seit zehn Jahren kämpfte ich nicht dagegen.

Ich ließ mich vom Gefühl tragen.

Wir küssten uns so heiß, als hätten wir uns zehn Jahre lang genau darauf vorbereitet.

Die Entladung war überwältigend.

Danach breitete sich eine tiefe, angenehme Ruhe in meinem Körper aus.

Ich war angekommen.

Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl:


Die Frau, die mir im Spiegel zulächelt, bin wirklich ICH.

Eine reife Frau.

Eine Frau, die nicht mehr versucht, allen anderen zu gefallen.

Die nicht mehr auf rote Häkchen oder gute Noten wartet, die ihr nach jeder Aufgabe des Lebens verliehen werden.

Das gesamte Shooting war wie eine Reise durch meinen Körper.

Ich war die Passagierin.

Irene die Lokführerin.

Ich stieg an einem bekannten Bahnhof ein.

Unter ihrer sanften, erlaubenden Führung entfernte sich der Zug immer weiter vom Vertrauten.

Mit jedem neuen Fenster öffnete sich eine andere Landschaft.

Und ein weiterer Blick auf jene Frau, von der ich immer geahnt hatte, dass sie in mir lebt, die ich aber erst jetzt wirklich kennenlernte.

Wenn wir dort angehalten hätten, wäre ich bereits zufrieden gewesen.

Doch Irene führte mich weiter.

Immer unterstützend.

Keinen Moment beschämend.

Sie half mir über meine eigenen Grenzen.

Über meine Hemmungen.

Und sogar über einige innere Hindernisse auf dem schwierigen Weg zur Mutterschaft.

Sie fotografierte einfach die gesamte elektrische Reise des Verlangens, die an diesem Tag durch mich ging.

Die wunderschönen Fotos waren nur ein Teil des Geschenks.

Viel größer war die Begegnung mit der elementaren Weiblichkeit in mir.

Und vielleicht lohnt es sich genau deshalb, mutig zu leben:


Für Lebensfreude.

Für tief erlebte, von Verlangen erfüllte Momente.

Für die ehrlichsten Begegnungen mit uns selbst.

Genau diese elementare Lebensfreude kann ich kaum erwarten, eines Tages an mein Kind weiterzugeben.

Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich wirklich bereit für Mutterschaft.

Diese Erkenntnis verdanke ich auch dem Shooting.

Und einem Menschen, der vermutlich bereits vielen Frauen und Familien in unserer Stadt ähnlich freie und ehrliche Freude geschenkt hat.

Einige Tage später, während ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich noch immer großartig in meiner Haut.

Voller Energie.

Voller Sexualität.

Die kleinen Probleme des Alltags prallen an mir ab.

Noch nie habe ich meinen inneren Weg, meine Wünsche und meine Richtung so klar gespürt.

Und meinen Mann liebe ich mehr denn je.

Endlich kann ich sein eigenes Maß an Verlangen so akzeptieren, wie es ist.

Und gleichzeitig auch meine Bedürfnisse anerkennen und auf die Weise leben, die mir möglich ist.

Was andere von mir erwarten würden, interessiert mich nicht mehr.

Meine innere Kraft führt mich.

Ich möchte nichts mehr betrauern.

Mutterschaft bedeutet für mich heute:


Mich selbst weiterzugeben.

Meine Erfahrungen.

Meine Kraft.

Meine Freude.

Und so viel Unterstützung wie möglich für die Schwierigkeiten des Lebens.

All das möchte ich dem Kind geben, das noch nicht einmal gezeugt ist, auf dessen Ankunft ich mich aber bereits vorbereite.

Künstlerische Fotografie ist ein sensibler kreativer Prozess, in dem Körper, Persönlichkeit und authentisches Selbst gleichermaßen Raum erhalten.


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