„Das Gesetz der Anziehung …“
- Tímea

- vor 4 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 9 Stunden
• Reportage •
Gibt es Zufälle?
Über diese Frage könnte man lange nachdenken und Argumente dafür und dagegen sammeln.
Unerklärliche Ereignisse? Zufällige Begegnungen?
Jeder muss selbst entscheiden, woran er glaubt.
Bei meiner eigenen Geschichte weiß ich jedoch ganz sicher:
Sie ist kein Zufall.
Als junge Frau, die in einer kleinen Provinzstadt aufgewachsen ist, träumte ich nach dem Gymnasium oft vom Leben in Budapest.
Den Mut, dorthin zu ziehen, hatte ich nie — genauso wenig hätte ich mich aus eigenem Antrieb zu einem Lingerie- oder Boudoir-Shooting angemeldet oder zu vielen anderen Dingen außerhalb meiner Komfortzone.
Seit mehreren Jahren folge ich Fotokünstlern auf Facebook und Instagram.
Ich bewundere ihre Bilder, und manchmal bringt mich ein bestimmtes Foto zum Nachdenken:
Könnte man auch von mir so ein Bild machen? Wie würde ich aussehen? Würde mir gefallen, was ich sehe? Wie würde meine Familie reagieren? Was würde mein Partner dazu sagen?
Viele Fragen schießen mir durch den Kopf.
Und dann komme ich immer wieder zu demselben Schluss:
Ich bin nicht mutig genug.
Nicht dünn genug. Meine Haut hat Makel. Ich habe Hemmungen, die mich davon abhalten, etwas auszuprobieren, das mich eigentlich sehr reizt.
Ich habe Angst vor dem Scheitern und vor verurteilenden Meinungen — davon habe ich schon genug erlebt.
Deshalb verweigere ich mir im Grunde alles, was die Gesellschaft als ungewöhnlich betrachten könnte, und ziehe mich zurück.
Ich habe den Zufall nicht ohne Grund erwähnt.
Zufälle gibt es nicht.
Norbis Seite folgte ich bereits seit sechs Jahren.
Ich hatte unzählige Beiträge und Kommentare über ihn gelesen — fast ausschließlich voller Lob und positiver Erfahrungen.
Mit großem Interesse las ich die Erlebnisse vieler befreit wirkender Kundinnen und Kunden und seine Texte über Tabuthemen.
Bis mir vor einiger Zeit ein Blogbeitrag auf seiner Seite begegnete, der mir besonders gut gefiel.
Ich schrieb Norbi eine Glückwunschnachricht und wünschte ihm weiterhin viel Erfolg für seine Arbeit.
Zu meiner großen Überraschung antwortete er sehr schnell.
Als er sah, wie lange ich ihm schon folgte, bot er mir ein Outdoor-Porträtshooting als Geschenk an.
Ich konnte kaum glauben, was ich las.
Auf meine Frage „Warum gerade ich?“ antwortete er nur, dass es für ihn eine große Ehre sei, dass ich beinahe zu den ersten Followern seiner Facebook-Seite gehörte.
Also griff ich sofort zu.
Bevor er sein Angebot womöglich noch zurückzieht. :P
Nach einigen Nachrichten telefonierten wir miteinander.
Sehr schnell wurde mir klar, dass ich es mit einem weltoffenen, außergewöhnlich toleranten Menschen zu tun hatte, der andere sehr gut einschätzen kann.
Er fragte nach meinen Vorstellungen.
Zum Beispiel:
Was möchte ich aus diesem Shooting mitnehmen?
Ich dachte eine Weile nach.
Im Kern lautete meine Antwort:
Zufriedenheit.
Wenn ich die Bilder sehe, möchte ich mögen, wer mir dort entgegenblickt.
Ich möchte mein Selbstwertgefühl verbessern und mein Selbstvertrauen stärken.
Der Termin rückte in rasantem Tempo näher, und ich freute mich immer mehr auf unser gemeinsames Schaffen.
Doch am Tag vor meiner Abreise nach Budapest mussten wir neu planen.
Für die kommenden Tage war Regen angesagt, und die Temperatur war stark gefallen.
Nach einem weiteren Gespräch entschied ich mich schließlich für ein Porträt- und Lingerie-Shooting.
Seit vielen, vielen Jahren spielte ich mit dem Gedanken, irgendwann solche Fotos von mir machen zu lassen.
Ich war nie mutig genug gewesen.
Ich hielt mich weder für sexy noch für attraktiv genug.
Und ich hatte Angst vor Verurteilung.
Gleichzeitig arbeitete ich gerade intensiv daran, mich selbst anzunehmen und mehr Selbstvertrauen aufzubauen. Mein Partner unterstützte mich dabei sehr.
Diese Möglichkeit kam also genau im richtigen Moment.
Wie gesagt:
Es gibt keine Zufälle.
Ich konzentrierte mich bewusst auf meine Entwicklung — und zog eine positive Möglichkeit an, die mich dabei ebenfalls weiterbringen konnte.
Zu Beginn des Shootings redeten wir ein wenig, um die anfängliche Anspannung zu lösen.
Ich zeigte Norbi die Bilder, die ich etwas ängstlich heruntergeladen hatte.
Über etwas Ähnliches wie jedes einzelne davon hätte ich mich gefreut.
Norbi sah sich die Galerie an und machte mich auf etwas aufmerksam, das mir vorher gar nicht bewusst war:
Eigentlich wollte ich diese Bilder nicht kopieren.
Ich wollte ihre emotionale Welt — und die Wirkung, die sie beim Betrachter auslösen.
Wir begannen mit einer Porträtserie.
Nur wenige Klicks.
Die Bilder entstanden leicht im Profil, während geheimnisvolles rotes Licht im Hintergrund die Konturen meines Gesichts nachzeichnete.
Am Ende gab es ein ernstes und ein lächelndes Porträt.
Ich war vollkommen begeistert.
Ich sah eine Seite meines Gesichts — noch dazu aus einem Winkel — die ich kaum kannte.
Ich wollte mehr von mir sehen.
Norbi sagte, dann machen wir mit einer ganz alltäglichen Szene weiter.
Schließ die Augen.
Sei dankbar für alles, was du hast.
Und streiche anschließend liebevoll und sanft mit einem Finger von der Stirn bis zu den Lippen.
Der Auslöser klickte.
Der Blitz leuchtete.
Als ich das Foto sah, überkam mich Aufregung.
Ich bin wunderschön!!! :)
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