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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Blütenliebe: Ich habe mir eine Welt erträumt

  • Autorenbild: Farkas Anikó (48)
    Farkas Anikó (48)
  • vor 4 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


Farkas Anikó - A Nő világa - fotó: Bánhalmi Norbert - profi fotós


Ich bin 48 Jahre alt, und trotzdem habe ich das Gefühl, dass die außergewöhnlichsten Dinge meines Lebens erst noch kommen.

Ich bin keineswegs unzufrieden.

Im Gegenteil.

Ich kann selbst in den kleinsten Dingen Freude finden.

Und trotzdem scheint mich etwas immer weiter zu neuen Wundern zu ziehen.

Doch Wunder fallen uns nicht einfach von einem Tag auf den anderen in den Schoß.

Dreißig Jahre lang arbeitete ich im Gesundheitswesen:


als Krankenschwester, Assistentin, nebenbei in der häuslichen Pflege, und als Hospizpflegerin.

In meiner Arbeit begegnete ich den unterschiedlichsten Menschen.

Ich kam nicht nur dem biologischen Körper sehr nah, sondern auch der Seele.

Anders hätte man diese Arbeit gar nicht machen können.

Oft lachten wir gemeinsam.

Oder weinten.

Auch meine eigene Seele tauchte hinab oder flog in den Himmel — genauso wie die meiner Patienten und ihrer Angehörigen.

Ich hatte nie das Gefühl, durch meine Arbeit ausgebrannt zu sein.

Was mir allerdings immer fehlte, war echte Regeneration nach den schweren Tagen.

Seit Jahren besuche ich regelmäßig Selbsterfahrungs- und Persönlichkeitsseminare, weil ich mich selbst und die Menschen um mich herum schon immer besser verstehen wollte.

Ich beschäftigte mich sehr intensiv mit der Seele, dem inneren Leben, mit Freude und Schmerz.

Ich liebte Reisen.

Daraus entstand die Idee meiner Bucket List.

Ich begann aufzuschreiben, was ich in diesem Leben unbedingt noch tun oder erreichen wollte.

Aber ich blieb nicht beim Schreiben und Träumen.

Ich versuchte, die Dinge tatsächlich umzusetzen.

So kam ich an Orte, die mir bis heute sehr am Herzen liegen.

Ich sammelte wunderbare Erfahrungen.

Und sobald ein Ziel erreicht war, freute ich mich bereits auf das nächste.

Prag.

Rom.

Später London.

Und Australien steht noch immer auf meiner Liste.

Dort wartet eine Freundin, die seit acht Jahren lebt, darauf, dass ich sie endlich besuche.

In meiner Heimatstadt kennen mich viele Menschen vor allem durch meine Arbeit.

Aber ich bin auch die Frau, von der jeder weiß, dass sie auf dem Berettyó-Damm Nordic Walking macht und fotografiert.

Die Frau, die freiwillig Müll am See und auf dem Friedhof sammelt.

Die mit 46 zum ersten Mal in ihrem Leben den Balaton durchschwommen hat.

Lavendelernte stand auf meiner Liste.

Eine Tätowierung ebenfalls.

Und die Liste wächst ständig weiter.

Wir leben nur einmal.

Ich liebe die Natur.

Schöne Landschaften.

Momente wie aus einem Stillleben.

Und vor allem Blumen.

Für mich bedeuten Blumen Liebe.

Seit Jahrzehnten sammle ich bei Spaziergängen Wildblumen und unterschiedliche Naturmaterialien.

Zuerst dekorierte ich damit nur mein eigenes Zuhause.

Später begann ich, Geschenke für Familie und Freunde zu gestalten.

Dann kam die Erkenntnis:


Kreativität macht frei.

Ich wollte dieses Gefühl bewahren und weiter ausbauen.

Während ich noch im Gesundheitswesen arbeitete, absolvierte ich einen Floristikkurs.

Viele Menschen hielten auch das nur für eine meiner vielen Eigenheiten.

Und selbst ich dachte nicht ernsthaft daran, jemals den Beruf zu wechseln.

Es interessierte mich einfach.

Ich wollte es lernen.

Drei Jahre später stand eines der Blumengeschäfte unserer Stadt zum Verkauf.

Als ich davon hörte, traf mich die Nachricht wie ein Blitz.

Ich hatte Angst, dass ich mit 47 einer solchen Aufgabe nicht mehr gewachsen sein könnte.

Gleichzeitig spürte ich:


Noch nie war ich meinem größten Traum so nahe gewesen.

In einem Moment war ich voller Hoffnung und Tatendrang.

Im nächsten voller Resignation und Hilflosigkeit.

Ich hatte einen sicheren Beruf.

Ich mochte ihn.

Ich beherrschte ihn.

Und ich hatte Angst, diese Sicherheit aufzugeben.

Gleichzeitig schob ich Rechnungen bereits häufig vor mir her.

Zusätzlich ein Unternehmen zu starten erschien vollkommen verrückt.

Doch mein Traum verlangte danach, Wirklichkeit zu werden.

Mein jüngerer Bruder sah meine Entschlossenheit.

Schließlich setzte er sich mit mir zusammen.

Und wir fanden eine Lösung.

Er kauft das Geschäft als Investition.

Ich miete es von ihm.

Die Entscheidung war gefallen.

Was auch passiert:


Ich mache es.

Ich werde Floristin.

Ich fühlte mich gleichzeitig mutig und leichtsinnig.

Als würde ich am Rand einer Klippe stehen und mich auf einen Sprung ins große Unbekannte vorbereiten.

Dann ging alles blitzschnell.

Ich hatte kaum Zeit zu begreifen, was passierte.

Mit mehr Zeit hätte ich es mir vielleicht anders überlegt.

Ich kündigte im Gesundheitswesen.

Ich lernte, wie ein Geschäft geführt wird.

Verhandelte mit Lieferanten.

Gemeinsam als Familie renovierten wir.

Und beinahe über Nacht stand ich in meinem wunderschönen Blumenladen und wartete auf meine Kunden.

Auf die Menschen, die ich früher in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder zu Hause gepflegt und betreut hatte.

Sie kamen.

Gratulierten.

Ermutigten mich.

Und durch ihre ehrliche Zuneigung spürte auch ich immer mehr Kraft.

Das Wunder war Wirklichkeit geworden.

Natürlich war ich dabei nicht allein.

Meine Familie steht als Team hinter mir.

Den größten Teil der Renovierung übernahm mein Partner.

Mein jüngerer Sohn kümmerte sich um das Marketing des Geschäfts.

Mein älterer hilft, wann immer seine Zeit es erlaubt, im Laden und bei der kreativen Arbeit.

Beide bringen ständig neue Ideen und geben mir Ratschläge.

Zwischen meinen Kindern und mir bestand schon immer eine starke Bindung.

Jetzt, wo sie das Familiennest verlassen haben, ist so ein gemeinsames Projekt etwas sehr Schönes, weil es dafür sorgt, dass wir weiterhin bewusst aufeinander achten.

Im Laden arbeite ich zwar allein.

Aber wir alle sind voller Ideen.

Und trotz aller Schwierigkeiten versuchen wir, sie umzusetzen.

Ich habe das Gefühl, mich in allem auf meine Familie verlassen zu können.

Innerhalb der Stadt liefern wir aus.

Aber auch Wünsche von Kundinnen und Kunden aus dem Ausland haben wir schon oft erfüllt.

Sie bestellen telefonisch oder per Nachricht.

Wir bringen die Blumen zu ihren Angehörigen.

Solche Momente sind oft sehr bewegend.

Eine Mutter merkt plötzlich, dass die Blumen an ihrer Tür eine Überraschung ihres im Ausland lebenden Kindes sind.

Es fühlt sich wunderschön an, diese Freude miterleben und Teil der Überraschung sein zu dürfen.

Sziromszerelem — Blütenliebe — wurde der Name des Ladens.

Jeden Morgen gehe ich glücklich hinein.

Und ich hoffe, dass jeder, der die Tür öffnet, diese Stimmung spürt und selbst ein gutes Gefühl mitnimmt.

Aber ich wusste vom ersten Moment an:


Nicht jeder Traum ist rosarot.

Schwierigkeiten und Prüfungen kommen nicht nur am Anfang.

Sie bleiben ein Teil des Weges.

In der Stadt gibt es mehrere Blumengeschäfte.

Für manche ist es nicht besonders leicht zu akzeptieren, dass auch ich jetzt auf der Anbieterseite stehe — obwohl ich doch „nur“ eine Krankenschwester bin.

Vor Weihnachten starteten wir landesweit unsere Initiative „Lélekápolók“ — Seelenpfleger.

Die Idee:


Pflegekräfte, die Heiligabend nicht bei ihren Familien, sondern bei ihren Patienten verbringen, sollten als Dank für ihre Arbeit jeweils eine Blume erhalten.

Im ersten Jahr bekam die Initiative noch keine große Aufmerksamkeit.

Aber ich gebe nicht auf.

Wir werden sie jedes Jahr wiederholen, solange Sziromszerelem existiert.

Meine Familie und ich übergaben an meinem früheren Arbeitsplatz, dem Krankenhaus in Mezőtúr, jeder diensthabenden Krankenschwester eine weiße Rose.

Mein Blumenladen existiert noch nicht einmal ein Jahr.

Und trotzdem kann ich schon heute voller Freude sagen:


Es war die richtige Entscheidung.

Ich bin froh, dass ich gesprungen bin.

Aber ich empfinde mein Leben dadurch noch lange nicht als vollständig.

Meine Bucket List wächst weiter.

Australien steht darauf.

Eine weitere Traumreise:


der Jakobsweg.

Und ein zweites Sziromszerelem-Geschäft in Budapest.

Auch dem Gesundheitswesen möchte ich verbunden bleiben.

Unsere Lélekápolók-Initiative wird natürlich fortgeführt.

Aber wir haben noch weitere Ideen mit Bezug zum Gesundheitsbereich.

Darüber möchte ich noch nicht zu viel verraten.

Vor allem deshalb, weil es selbst für mich ein kleines Wunder sein wird, wenn wir sie wirklich umsetzen können.

Ich glaube:


Wir dürfen und sollten groß träumen.

Sehe ich heute eine andere Frau im Spiegel?

JA.

Die Veränderung kam vielleicht nicht über Nacht.

Doch noch vor einem Jahr blickte mir eine vollkommen andere Frau entgegen als heute.

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