top of page

// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

Bis die Eifersucht uns scheidet …

  • Autorenbild: Bernadett (24)
    Bernadett (24)
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden


A Nő világa - Bernadett


Es war der 10. März.

Ein ganz normaler Nachmittag.

Draußen nieselte es, als in meinem Chat eine neue Nachricht auftauchte.

Von einem Fußballspieler, den ich schon immer attraktiv gefunden hatte.

Ich liebte Fußball.

Als Mädchen hatte ich selbst gespielt und dadurch viele männliche Freunde gefunden.

Wir schrieben stundenlang miteinander.

Dann trafen wir uns.

Sehr schnell wurde klar, wie unterschiedlich wir waren.

Ich bin offen zur Welt.

Habe viele Freunde.

Verfolge meine Ziele.

Plane meine Zukunft.

Bei ihm existierten im Grunde nur Hobby, Arbeit und Familie.

Trotzdem akzeptierte ich ihn genau so.

Am nächsten Tag schien die Sonne.

Wir gingen am Donauufer spazieren.

Ich dachte:


Da entsteht etwas zwischen uns.

Dann sagte er, er wünsche sich nur Freundschaft mit Extras.

Das machte mir Angst.

Denn ich mochte ihn bereits.

Aber ich traute mich nicht, es zu sagen.

Also spielte ich mit.

Ein halbes Jahr hielt ich durch.

Und verliebte mich.

Irgendwann musste ich es sagen.

Dort, wo wir uns zum ersten Mal getroffen hatten:


Entweder ich und eine echte Beziehung.

Oder gar nichts.

Er bat um eine Woche Bedenkzeit.

In dieser Woche wollte er mich besuchen, angeblich weil sein Herz weh tat.

Er kam.

Lag auf meinem Bett.

Ich brachte ihm Tee.

Er wollte mich küssen.

Ich ließ es nicht zu.

Ich wollte, dass der nächste Kuss ehrlich ist.

Ich schickte ihn nach Hause.

Auf keine seiner Nachrichten antwortete ich.

Eine Woche verging.

Wir trafen uns wieder auf unserer Bank an der Donau.

Er sagte:


Er sei nicht verliebt.

Aber er wolle uns eine Chance geben.

Ich war der glücklichste Mensch der Welt.

Schmetterlinge im Bauch.

Zitternde Beine.

Freudentränen.

Aus dem Ende von einem halben Jahr „nur Sex“ wurden vier Jahre Beziehung.

Doch das verzauberte Lächeln und die Schmetterlinge hielten nicht ewig.

Schon im ersten halben Jahr wurde deutlich:


Er war extrem eifersüchtig.

Aber was hätte ich tun sollen?

Ich war VERLIEBT.

Für mich existierte nur er.

Ich gab alles auf.

Sogar meine Freunde.

Das tat weh.

Doch klar denken konnte ich damals nicht.

Ich lebte im rosaroten Nebel.

Die Jahre vergingen.

Wir erlebten alles zusammen.

Gutes.

Schlechtes.

Den Verlust von Familienmitgliedern.

Reisen.

Doch seine Eifersucht verletzte mich immer wieder.

Ich gab ihm keinen Grund dafür.

Ich lebte mit ihm.

Umarmte ihn.

Küsste ihn.

Ich wollte, dass ER einmal der Vater meines Kindes wird.

Aber auch das reichte ihm nicht als Beweis.

Irgendwann erfuhr ich:


Seine früheren Partnerinnen hatten ihn betrogen.

Dann verstand ich vieles.

Er glaubte offenbar:


Wenn er mich fest genug an sich bindet, wird ihm so etwas nie wieder passieren.

Ich fühlte mich wie ein kleiner Vogel im Käfig.

Mit Flügeln.

Aber ohne die Erlaubnis, sie je zu benutzen.

Nach drei Jahren Beziehung begann ich ständig nachzudenken.

Immer wieder fragte ich mich:


Bin ich glücklich?

Komme ich neben ihm weiter?

Wann verwirkliche ich meine eigenen Ziele, wenn ich nicht einmal zum Laden gehen kann, ohne eine Nachricht zu bekommen:

Mit wem bist du?

Wir stritten häufig.

Meistens konnten wir danach reden.

Doch wirklich verändern konnte sich keiner von uns.

Ich sah kein Licht am Ende des Tunnels.

Ich stellte mir vor, wie mein Leben ohne ihn aussehen würde.

Es gelang mir nicht.

Denn trotz seiner Eifersucht war er gleichzeitig der aufmerksamste und wundervollste Mann der Welt.

Acht Monate wartete ich noch.

Vielleicht schaffen wir es.

Wir schafften es nicht.

Irgendwann musste ich die Worte sagen:


Es ist vorbei.

Ich sagte es schluchzend.

Mein Herz brach dabei.

Ich hasste sogar die Welt.

Warum musste es so kommen?

Aber damit war es vorbei.

Das Märchen endete.

Vier Jahre mit dir.

Danke.

Ich werde dich nie vergessen.

Doch meine Geschichte endet noch nicht.

Obwohl unsere Beziehung seit zwei Jahren vorbei ist, reden wir bis heute.

Wir trafen uns wieder.

Umarmten einander.

Liebten uns wie früher.

Doch schon am nächsten Tag stand das grünäugige Monster Eifersucht wieder zwischen uns.

Wir waren kein Paar.

Aber er war noch immer in mich verliebt.

Ich war wütend auf ihn und versuchte weiterzugehen.

Ich hatte wieder Ziele.

Und ich holte meine Freunde zurück.

Nie wieder werde ich Freundschaften wegen eines Mannes wegwerfen.

Nach zwei Jahren begann ich wieder zu daten.

Aber in jedem Mann suchte ich nur ihn.

Warum?

Warum kann ich noch immer nicht vollständig weitergehen?

Ich weiß doch:


Wenn wir es zum hundertsten Mal versuchten, würde es wieder genauso enden.

Wie ein Buch, das man immer wieder liest, obwohl man das Ende längst kennt.

Ich liebe ihn.

Und ich hasse ihn dafür, dass er nicht verstehen kann, wie sehr mich sein Misstrauen erstickt.

Genau dieses Misstrauen hat unsere Beziehung vergiftet.

Oft gehe ich am Donauufer spazieren.

Unsere Bank steht noch da.

Voller Erinnerungen.

Von dort sehe ich das Wasser vorbeiziehen.

Der Fluss nimmt vieles mit.

Jedes Mal auch ein kleines Stück von mir.

Warum reißt ER mich immer wieder mit?

Jedes Mal, wenn er wieder auftaucht, zieht er mich tiefer in den Strudel meiner Gefühle.

Ich brauche all meine Kraft, um ans andere Ufer zu schwimmen.

Wer trägt die Liebe hinüber?

Niemand.

Dort werde ich eine neue finden müssen.

Und wenn eines Tages starke Arme mich halten, in denen ich gleichzeitig frei atmen kann, weiß ich:


Dann werde ich nicht mehr zurückblicken.

(Das Titelbild dient nur als Illustration.)

Authentische Porträtfotografie erzeugt nicht nur ein vorteilhaftes Bild: Sie macht Charakter, Präsenz und Persönlichkeit sichtbar.


Teil des BANHALMI Ökosystems

Den professionellen Kontext und die praktische Seite der Porträtfotografie findest du auf der BANHALMI Website. Verwandte Kunstserien, Bücher und Ausstellungen bewahrt das BANHALMI ART Archiv.

 
 
bottom of page