Als mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde
- Bánhalmi Norbert

- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 9 Stunden
Mein Leidensweg begann am 11. Dezember 2016 mit einer großen Tragödie.
Mein Mann starb, und mein gesamtes Leben veränderte sich.
Es fühlte sich tatsächlich an, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen.
Der Schmerz war nicht in Worte zu fassen.
Ich blieb allein mit meinem damals zwölfjährigen Sohn Márk zurück, der für mich die Welt bedeutete — und es bis heute tut.
Meine Familie, Freunde und Kolleginnen und Kollegen standen geschlossen hinter mir.
Dafür werde ich immer dankbar sein.
Kurz nach dem Tod meines Mannes musste ich mich außerdem einer gynäkologischen Operation unterziehen und verbrachte mehrere Wochen zu Hause.
Ich hatte Zeit nachzudenken und mein Leben neu aufzubauen.
Ich dachte viel darüber nach, dass ich mich in meiner Ehe als Frau nie vollständig entfalten konnte.
Ich lebte vor allem als Ehefrau und Mutter.
Rückblickend glaube ich, dass das ein Fehler war.
Ich arbeitete viel.
Erzog meinen Sohn.
Vergrub mich in der Arbeit.
Dann kaufte ich unsere Wohnung zurück.
Renovierte sie.
Baute mir eine Existenz auf.
Und all das erreichte ich allein.
Seelisch war ich allerdings nicht wirklich in Ordnung.
Als ich an den Punkt kam, an dem ich glaubte, nicht mehr weiterzukönnen, streckte sich eine helfende Hand nach mir aus.
Sie gehörte einem Freund meines Mannes, der mehrere tausend Kilometer entfernt lebte.
Er zog mich aus meinem Loch und half mir, mich wieder als Frau zu fühlen.
Für vieles mag der Mensch geschaffen sein.
Für Einsamkeit meiner Meinung nach nicht.
Wir sind soziale Wesen.
Ich lernte wieder, mich am Leben zu freuen.
Ich begann mich auch um mich selbst zu kümmern.
Ich schuf Zeit, die nur mir gehörte.
Ich begann regelmäßig Sport zu treiben und mich um Körper und Seele zu kümmern.
Wenn ich heute in den Spiegel sehe, erkenne ich das, was ich sehen möchte:
Die Frau.
Denn Frauen können alles verkörpern, was sie sein möchten.
Mutter.
Ehefrau.
Frau.
Partnerin.
Heute bin ich entschlossen und ausgeglichen.
Frauen sind auch allein zu einem selbstständigen Leben fähig.
Was ich damit sagen möchte, ist einfach:
Fast alles ist möglich, wenn wir es wirklich wollen.
Glauben.
Uns selbst vertrauen.
An unserem Ziel festhalten.
Und handeln.
Nichts entsteht ganz von allein.
Das Leben ist wie die Jahreszeiten.
Es verändert sich.
Vielleicht gibt uns das Leben nur so viel Last, wie wir irgendwann tragen können.
Jede Erfahrung ist eine Lektion, aus der wir lernen dürfen.
Warum habe ich mich für das Fotoshooting entschieden?
Weil es eine Herausforderung war.
Ein neuer Weg anstelle des vertrauten.
Eine Gelegenheit, die vielleicht nur einmal im Leben kommt.
Was hat mir das Shooting gegeben?
Selbstvertrauen.
Ich konnte zuerst mir selbst — und danach meinem Umfeld — beweisen, dass eine Frau auch kurz vor 50 attraktiv und sexy sein kann.
Es kann nicht ewig regnen.
Und ich glaube daran, dass auch das Glück mich finden wird.
Júlianna (50)
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