60 Minuten
- Bánhalmi Norbert

- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 9 Stunden
• Professioneller Fotografie-Artikel •
„Ich habe einen Traum, und dafür brauche ich von dir einige richtig starke Bilder.“
Mit diesem Wunsch kam Csabi durch die Studiotür.
Ursprünglich hatten wir das Shooting draußen geplant.
Doch inzwischen war das Licht zu schwach, um wirklich überzeugende Bilder zu bekommen.
Deshalb entschieden wir uns für das Studio.
Die Aufgabe war anspruchsvoll:
Er wollte die Bilder für seine Bewerbung bei der Sport-Realityshow Exatlon nutzen.
Da wir damit bereits in Richtung Werbefotografie gingen, mussten wir zuerst ein klares Konzept entwickeln.
Das Ziel war, Charakter und Muskulatur in einer entschlossenen, leicht geheimnisvollen Stimmung zu zeigen.
Einfach.
Klar.
Prägnant.
Von der Sendung hatte ich schon gehört.
Und weil ich zuvor mit Kandidaten aus Talentshows wie X-Faktor und The Voice gearbeitet hatte, wusste ich, dass bei einer Auswahl eine gute Geschichte zu den wichtigsten Faktoren gehört.
Csaba brachte seine Geschichte bereits mit.
Er hatte als Artist begonnen und sich später zu einem anerkannten Breakdancer entwickelt.
Zusätzlich konnte er ernsthafte sportliche Erfolge im Wakeboarden vorweisen.
Der zweite entscheidende Punkt war seine visuelle Wirkung und Ausstrahlung.
Schließlich muss eine Realityshow-Persönlichkeit Fans gewinnen, die später auch ihre Wählerbasis bilden können.
Also sahen wir uns im Internet an, wie erfolgreiche Charaktere in vergleichbaren internationalen Formaten fotografisch dargestellt wurden.
Uns war wichtig, nichts zu kopieren.
Die Bildsprache sollte aber trotzdem sofort einen klaren, entschlossenen Eindruck erzeugen.
Wer meine Geschichte mit Olympus kennt, weiß:
Die Olympus E-PL7 war die erste Kamera, bei der ich das Gefühl hatte, nicht einfach mit einem Gerät zu arbeiten, sondern wirklich zu gestalten.
Danach kam die Olympus PEN-F — ein professionelles Werkzeug, das wie für Künstler gemacht ist.
Seit fast einem Monat teste ich nun bewusst die Grenzen der Einsteigerkamera Olympus E-M10 Mark III.
Zum ersten Mal hatte ich sie beim Budapester Fotowettbewerb in der Hand.
Sie gefiel mir so gut, dass ich seitdem regelmäßig damit arbeite.
Im Studio hatte ich sie allerdings noch nicht eingesetzt.
Deshalb war ich etwas nervös.
Ich wollte auf keinen Fall die Zeit des Kunden damit verschwenden, dass ich mich durch Einstellungen kämpfe.
Ich wollte ein Bild mit Dauerlicht und eines mit Blitz erstellen.
Um auf Nummer sicher zu gehen, wählte ich das M.Zuiko 45mm PRO.
Dank f/1.2 konnte ich die ISO deutlich niedriger halten.
Und eine Verschlusszeit von 1/30 Sekunde war mit dem eingebauten Bildstabilisator für ein unbewegtes Motiv vollkommen ausreichend.
Für die Blitzaufnahme verwendete ich nur eine Lichtquelle.
Ich platzierte sie relativ hoch und richtete sie von oben nach unten.
Dazu kombinierte ich Beauty Dish und Wabengitter, um die Muskelgruppen besonders ästhetisch hervorzuheben.
Aus den mitgebrachten Kleidungsstücken entwickelten wir das Konzept.
Ich ließ den schwarzen Hintergrund herunter, damit möglichst viel Licht vollständig geschluckt wurde.
Den elektronischen Sucher stellte ich auf simulierten OVF-Modus.
Danach maß ich das Licht, legte die Einstellungen fest und löste aus.
Mich interessierte, wie weit wir ausschließlich mit JPEG kommen würden.
Ein Artikel von László Wilhelem über JPEG versus RAW hatte mich zu diesem Gedanken gebracht.
Unser Ziel waren drei unterschiedliche Bildtypen.
Dafür gaben wir uns genau 60 Minuten.
Die Fotos bearbeiteten wir anschließend schnell mit der mobilen Snapseed-App.
Als wir uns das Ergebnis ansahen, konnten wir beide zufrieden feststellen:
Wir hatten ziemlich gute Arbeit geleistet.
Authentische Porträtfotografie erzeugt nicht nur ein vorteilhaftes Bild: Sie macht Charakter, Präsenz und Persönlichkeit sichtbar.
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