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// Hinter den Kulissen. Ein Foto und die Geschichte dahinter!

28.05. | BMI Fotoklub X HaverVagy

  • Autorenbild: Bánhalmi Norbert
    Bánhalmi Norbert
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Hallo, ihr Fotofans (und HaverVagy-Begeisterten)! Diesmal erzähle ich ausnahmsweise nicht nur von unserem üblichen Dienstag, sondern von einem Mittwochabend, der sich mit der Eleganz eines Elefanten im Porzellanladen ins Clubleben geschoben hat — nur deutlich sympathischer. HaverVagy, eine ungarische Erfolgsgeschichte, die bereits zwei Veranstaltungen in Wien hinter sich hatte, setzte nun auch der dritten ihren Stempel auf. Ja, diese hier zähle ich mit. Aber ich will nicht vorgreifen. Springen wir direkt hinein in den Ereigniswirbel dieser Woche!

Businessporträts auf der Straße


Alle wissen inzwischen, dass unser kleiner Fotoklub im Dezember für eine ganze Woche eine kleine, aber sehr auffällige Ecke in einer der außergewöhnlichsten Galerien des ersten Wiener Bezirks besetzen wird. Dafür müssen unsere Fotografinnen und Fotografen aber schon jetzt ihre Sichtbarkeit im Netz entfalten wie Bäume ihre Blätter im Frühling.

Social Media ist natürlich vorhanden — auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass nur die eigene Großmutter die Beiträge sieht. Aber in Suchmaschinen? Dort sind unsere Fotografen derzeit ungefähr so präsent wie eine blaue Robbe in der Sahara.

Also haben wir uns am Dienstag intensiv mit dem Google Unternehmensprofil beschäftigt. Man kann es sich ein bisschen wie eine schlanke „Alles-drin“-Website vorstellen, mit erstaunlich vielen Funktionen, die für Fotografen Gold wert sein können — wenn man erst einmal verstanden hat, wofür sie da sind. Dazu gehörte natürlich auch ein gutes Businessporträt, das wir gleich vor Ort umgesetzt haben. Weiter unten könnt ihr sehen, wie das mitten auf der Straße aussah.

HaverVagy X BMI Fotoklub: Lernen wir uns kennen...

Am nächsten Tag, also am Mittwoch, war es dann so weit: das erste gemeinsame Event von BMI Fotoklub und HaverVagy. Es wurde deutlich mehr als ein Kennenlernen mit eingebautem Fotoshooting — eigentlich war es fast schon Fototherapie.

Wir trafen uns vor dem Schwedenplatz 2. Nachdem wir uns ausreichend über die neuesten Instagram-Filter ausgetauscht hatten, ging es direkt mit der ersten Gesprächsaufgabe im HaverVagy-Stil los. Jede Person wählte einen Künstlernamen, den sich die anderen merken mussten.

Und siehe da: Es funktionierte. Zugegeben, manche trafen den Namen ihres Gegenübers erst beim dritten Versuch, aber das bleibt unter uns. Außerdem fanden wir schnell heraus, wer bereits miteinander befreundet war — und diese Personen wurden natürlich sofort getrennt, wie Öl und Wasser.

Dann kam die bewusste Paarbildung: sieben Männer, sieben Frauen. Es fühlte sich ein wenig an, als wären wir versehentlich in einer fragwürdigen Blind-Date-Show gelandet.

Die Aufgabe: Zuerst fotografiert die eine Person, dann die andere. Der Fotograf sollte sein Gegenüber fragen, worauf es im Leben am meisten stolz ist. Während das Modell erzählte, musste der Fotograf die Mimik aufmerksam beobachten. Danach bat er die Person, die Augen zu schließen, tief einzuatmen und sich noch einmal in diesen stolzen Moment hineinzuversetzen.

Währenddessen suchte der Fotograf bereits mit dem Smartphone nach dem „perfekten“ Winkel — nach dem Blickwinkel, in dem das Modell wie ein Superstar wirkte. Oder zumindest wie Omas Lieblingsmensch.

Dann hieß es: „Augen auf!“ Und zack. Ein Klick. Fertig.

Selbst wenn das Modell in diesem Moment aussah, als wäre es gerade aus zwanzig Jahren Winterschlaf aufgewacht, gab es keine zweite Chance. Jede Person durfte genau einmal auslösen.

Die Fotos durften einander nicht gezeigt werden. Und für alles zusammen gab es... fünf Minuten.

Währenddessen versuchten die Fotografen, die Außenwelt auszublenden. Die Modelle wiederum fragten sich, wie wohl ihr größter persönlicher Stolz auf dem Bild aussehen würde. Danach wurden die Rollen getauscht — alles innerhalb dieser fünf Minuten.

An dieser Stelle wirklich Respekt an die Gruppe: Sie hat diese Herausforderung hervorragend gemeistert.

Danach kam die Analyse.

Drei Hauptprobleme tauchten auf:


Passanten: Denn natürlich läuft genau in dem Moment ein neugieriger Tourist durchs Bild, in dem das Modell von einem der stolzesten Momente seines Lebens erzählt.

Der Druck, gefallen zu wollen: „Hoffentlich gefällt ihm oder ihr das Bild!“ — die seelische Last des Fotografen.

Künstlerische Ohnmacht: Im Kopf des Fotografen lebt ein ganz bestimmtes Bild, aber das Smartphone scheint die Sache völlig anders zu sehen.


Die große Erkenntnis und Geschichten in Bewegung


In der nächsten Runde wurde es anspruchsvoller. Männer und Frauen standen sich gegenüber, die Frauen schlossen die Augen, und jeder Mann stellte sich vor eine Frau. Nun mussten die Frauen erraten, wer ihnen gegenüberstand — natürlich anhand des zuvor gewählten Künstlernamens.

Dann wurden die Augen geöffnet. Und es gab einige Überraschungen, als sich herausstellte, dass „Künstlerseele Ferenc“ in Wahrheit „Steingesicht Kálmán“ war.

Danach hatten die Paare zehn Minuten Zeit, um das „perfekte“ Foto zu machen. „Perfekt“ bedeutete hier ausdrücklich nicht technisch makellos. Das Bild sollte Seele haben.

Der Haken: Das Modell durfte nicht sprechen. Es musste durch Bewegung und Mimik jenes Gefühl zurückbringen, das im ersten Durchgang beim Erinnern an den persönlichen Stolz entstanden war.

Nach einer weiteren Auswertung ging es in die letzte Runde. Jetzt bildeten wir Dreiergruppen — anhand der Antworten aus dem Spiel „Wer steht vor mir?“.

Wenn mehrere Personen denselben Herrn gewählt hatten, entschied das Schicksal. (Das Schicksal war übrigens ich.)

In jeder Dreiergruppe gab es drei Rollen: Fotograf, Interviewer und interviewte Person.

Die interviewte Person erzählte zunächst von einer negativen Erinnerung, die sie bereits verarbeitet hatte. Wichtig war, dass diese Erinnerung sie beim Erzählen nicht mehr emotional überwältigte. Danach folgte als Gegenpol ein positives Erlebnis. Währenddessen musste der Fotograf die schönen Momente einfangen.

Anschließend wurde gewechselt: Der Interviewer wurde zum Fotografen, der Fotograf zum Erzähler und der Erzähler zum Interviewer.

Dieser Rollenwechsel half uns, emotional im Gleichgewicht zu bleiben. Wenn eine Geschichte jemanden berührte, musste die Person in der nächsten Runde sofort eine andere Rolle einnehmen. Dadurch verlagerte sich die Aufmerksamkeit.

Es war ein langer, aber sehr unterhaltsamer Prozess. Wir machten bis 20 Uhr weiter, und alle hatten sichtbar Freude daran.

Pizza, Gespräche und das große Lichtaus


Wir machten noch eine ausführliche Auswertung, aber damit war der Abend nicht vorbei. Wer Zeit hatte, kam mit in eine gute Pizzeria, wo wir einfach weiterredeten.


Gegen halb zehn waren nur noch wir im Lokal. Dann begann das Personal nach und nach das Licht auszuschalten — eine ziemlich eindeutige Botschaft: „So, liebe Fotoklub-Leute, schön war’s, aber jetzt wäre langsam Zeit, nach Hause zu gehen.“

Einige Bilder von der Veranstaltung und einen kurzen Behind-the-Scenes-Film findet ihr weiter unten.

Weiter geht’s in Budapest...


  • BANHALMI - BMI Fotoklub Wien | Bécsi Magyar Iskola
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