04.23 | Die surreale Welt des Agora am Donaukanal
- Bánhalmi Norbert

- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 9 Stunden
Stellt euch Folgendes vor: Irgendwann im vergangenen Jahr, als der Herbst gerade in seiner „noch ein letztes gelbes Blatt und dann ist Schluss“-Phase steckte, blieb mein Blick an diesem Kunstding namens Agora am Donaukanal hängen, das auf der anderen Seite des Schwedenplatzes thront. „Hier kommen wir eines Tages zum Fotografieren her!“, dachte ich — mit der Begeisterung eines Eichhörnchens im Eichelwald. Und gestern war es endlich so weit.
Nachdem unsere letzten Doppelbelichtungs-Abenteuer ungefähr so erfolgreich waren wie ein Laserpointer bei einer Katze, dachte ich mir, dass die kreative Energie unserer verehrten Künstlerinnen und Künstler noch einen kleinen Turbo vertragen könnte. Während ich meine Pläne erklärte, kam plötzlich der Geistesblitz: Warum machen wir nicht einen Comic? Im Grunde haben sie doch bereits alle nötigen Fähigkeiten in der Tasche. Mit Snapseed können sie Beschriftungen zaubern, um die sie selbst ein Kalligraf beneiden würde, und ein bisschen Collage ist dann nur noch das Sahnehäubchen auf der Torte — oder besser gesagt: der Pixel auf dem Bild.
Statt unseres bisherigen Prinzips „Gut Ding will Weile haben“ wollte ich diesmal einen Prozess, der normalerweise fünf bis acht Stunden dauert, in die drei Stunden pressen, die uns zur Verfügung standen. Ja, richtig gelesen: Geschichte erfinden, Fotos machen, bearbeiten — alles im Schatten einer gnadenlos tickenden Uhr.
Am Ort angekommen, bekam das Team etwa zehn Minuten Zeit, die Umgebung wie ein Adler über der Prärie abzusuchen und eine starke Geschichte zu entwickeln. Die Aufgabe war nicht einfach: Die Story durfte aus genau drei Bildern bestehen. Diese sollten später zu einem einzigen Bild montiert und mit pointierten Texten ergänzt werden. Der Haken: Während dieser zehn Minuten durfte noch kein einziges Foto gemacht werden. Alles musste sich im Kopf zusammensetzen wie ein perfekt gelöster Rubik's Cube.
Als die Zeit abgelaufen war, präsentierten alle begeistert — oder auch zu Tode erschrocken — ihre genialen, beziehungsweise herrlich absurden Geschichten. Manche brauchten dafür ein Model, weshalb der Abschnitt „Wir fotografieren uns gegenseitig, weil es sonst keinen Freiwilligen gibt“ bis zum Schluss warten musste. Großartige Ideen flogen durch die Luft, und die Surrealität der Konzepte weckte selbst im sanftesten Künstler den inneren Dalí.
Nachdem alle ihre drei Meisterwerke aufgenommen hatten, kehrten wir in unser Hauptquartier, die Wiener Ungarische Schule, zurück. Dort begann die große Collagen-Orgie. Wir tauchten in die App Moldiv ein und spielten so vielseitig mit Layout, Hintergrundfarbe und dem Format des Endbildes, dass selbst ein Schweizer Uhrmacher anerkennend mit der Zunge geschnalzt hätte.
Und nun, liebe Leserinnen und Leser, richtet euren Blick auf die unglaublichen Werke unserer Kolleginnen und Kollegen, die ihr hier als Erste bestaunen könnt. Bereitet euch auf einen visuellen Orgasmus vor — oder zumindest auf eine ordentliche Portion Gelächter.
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